AfD nach CDU zweitstärkste Partei in Thüringen

Der große Gewinner. Björn Höcke (45, AfD) wurde mit seiner Landespartei zweitstärkste Kraft in Thüringen.
Der große Gewinner. Björn Höcke (45, AfD) wurde mit seiner Landespartei zweitstärkste Kraft in Thüringen.

Thüringen - Die Wahlbeteiligung in Thüringen lag bei 74,3 Prozent. Insgesamt wählten 1.312.056 von 1.765.814 Wahlberechtigten.

Fast alle im Thüringer Landtag vertretenen Parteien haben bei der Bundestagswahl deutlich Federn lassen. Grund zum Feiern hat nur die AfD. Die Parteien werden die Ergebnisse jetzt aufarbeiten. Dabei geht es auch darum, was das Bundestagswahlergebnis für Thüringen bedeutet.

Die Partei- und Fraktionsvorsitzende der Linken, Susanne Hennig-Wellsow, erwartet nicht, dass es zu Turbulenzen innerhalb der Regierungskoalition führt. Zwar müsse nun jede Partei ihre Hausaufgaben machen. Es gelte aber unabhängig davon, die schwierigen Probleme zu lösen, vor denen das Land stehe.

Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) sieht das ähnlich: "Man muss sauber trennen zwischen Bundes- und Landesebene." Vor allem in Ostdeutschland gehe es jetzt viel mehr um die Frage, welche Konsequenzen die Parteien - auch die CDU - aus den AfD-Ergebnissen zögen. Es gebe ein Gefühl der Unsicherheit bei den Menschen, darauf müsse die Politik reagieren.

Auch SPD-Landeschef Andreas Bausewein sagte, man wolle das eigene Ergebnis analysieren, aber auch Konsequenzen aus dem Abschneiden der AfD beraten. Zuletzt hätten die etablierten Parteien zu viel über die AfD gesprochen und sie ignoriert. «Das führte offensichtlich auch dazu, dass sie dieses Robin-Hood-Image bekommen hat.» Es brauche jedoch mehr inhaltliche Auseinandersetzung, sagte Bausewein.

Die AfD erreichte bei der Bundestagswahl in Thüringen 22,7 Prozent der Stimmen und wurde ungefährdet zweitstärkste Kraft. Die CDU verteidigte mit 28,8 Prozent zwar die Spitzenposition im Parteienspektrum, verlor im Vergleich zu 2013 jedoch zehn Punkte. Die FDP legte rund fünf Punkte zu und kam auf 7,8 Prozent.

Die Thüringer Regierungsparteien Linke, SPD und Grüne büßen im Vergleich zur Bundestagswahl vor vier Jahren ein. Die Linke von Ministerpräsident Bodo Ramelow verbuchte 16,9 Prozent nach 23,4 Prozent vor vier Jahren. Die SPD kam auf 13,2 Prozent auf das schlechteste Ergebnis seit der Wiedervereinigung. Die Grünen landeten bei 4,1 Prozent und damit knapp unter dem früheren Niveau.

Eindeutig war das Ergebnis bei den Erststimmen. Die CDU konnte alle acht Wahlkreise für sich entscheiden.

  • CDU 28,8 %
  • Linke 16,9 %
  • SPD 13,2 %
  • AfD 22,7 %
  • Grüne 4,1 %
  • FDP 7,8 %

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