Nach Angriff auf ganze Schafsherde: Thüringer Wölfin soll erschossen werden

Ohrdruf - Nach wiederholten Angriffen auf Schafe und Ziegen soll die Ohrdrufer Wölfin erschossen werden. Das Thüringer Umweltministerium kündigte am Mittwoch an, dafür einen Abschussantrag zu stellen.

Die Wölfe bekam bereits zweimal Nachwuchs mit einem Haushund.
Die Wölfe bekam bereits zweimal Nachwuchs mit einem Haushund.

So ein Antrag ist nötig, weil Wölfe unter besonders strengem Schutz stehen und nur in Ausnahmefällen gejagt werden dürfen. "Es ist weder ein schöner, noch ein einfacher Schritt, aber ein notwendiger", sagte Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur.

Zuvor war bekannt geworden, dass allein am Sonntag 24 Tiere einer größeren Schafsherde bei Ohrdruf von einem Wolf gerissen worden waren.

Das Revier der Wölfin und ihres Rudels liegt auf dem Übungsplatz der Bundeswehr bei der Kleinstadt am Thüringer Wald.

"Das inzwischen belegte mehrfache Überwinden des Herdenschutzes durch die Wölfin, auch optimaler Schutzzäune, ist nach Einschätzung unserer Experten problematisch", erklärte Siegesmund.

Die wirtschaftlichen Schäden rund um den Standort seien erheblich und drohten anzuwachsen.

In den vergleichsweise hohen Risszahlen - in diesem Jahr sind demnach in Thüringen bislang mehr als 180 Schafe, Ziegen und andere Nutztiere von einem Wolf getötet worden - sieht Siegesmund eine weitere Grundlage für den Antrag.

Über diesen werden Experten der obersten Naturschutzbehörde des Freistaats, das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz entscheiden.

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