Tropische Hitze! Zehntausende feiern in Thüringen

130.000 Menschen sind seit Freitag zu dem Volksfest nach Apolda geströmt.
130.000 Menschen sind seit Freitag zu dem Volksfest nach Apolda geströmt.  © DPA

Apolda - Glockenguss, Strickwaren, Dobermann-Zucht - mit einer Hommage an bekannte Apoldaer Traditionen ist am Sonntag der Festumzug des 16. Thüringentages gefeiert worden.

Bei tropischen Temperaturen säumten Tausende Menschen die Straßen der Innenstadt, durch die 3000 Aktive mehr als zwei Stunden lang zogen. Der kilometerlange bunte Tross, bei dem sich der Freistaat in 140 farbenprächtigen Umzugsmotiven präsentierte, bildete den Höhepunkt des Thüringentages.

"Der Festzug war ein krönender Abschluss eines wunderbaren Festes", sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). Er sprach von 130.000 Menschen, die seit Freitag zu dem Volksfest nach Apolda geströmt waren.

Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius verlangten nicht nur den teils aufwendig kostümierten Mitwirkenden des Umzugs viel ab. Zuschauer drängelten sich an den schattigen Plätze entlang der Strecke und schützten sich mit Schirmen vor der Sonne. Vereinzelt seien Rettungskräfte zu Einsätzen wegen hitzebedingten Schwächeanfällen gerufen worden, sagte eine Polizeisprecherin.

Der Thüringentag, eines der größten Volksfeste im Freistaat.
Der Thüringentag, eines der größten Volksfeste im Freistaat.

Angeführt vom Thüringentags-Paar Viola Wehling und Thomas Burkhardt, die zwei Protagonisten mittelalterlicher Apoldaer Stadtgeschichte verkörpern, zogen Thüringer Traditions-, Karnevals-, Sport- und Schützenvereine, Kita- und Schulkinder und zahlreiche Kapellen durch die Stadt.

Zu den vierbeinigen Umzugsteilnehmern gehörten Dobermänner, denn der Stammbaum der Hunderasse wurzelt in Apolda. Auch eine Nachbildung der 1923 gegossenen großen Kölner Domglocke, das berühmteste Produkt Apoldaer Glockengießereien, rollte im Tross. Viele Einheimische trugen Schals und Tücher in den Apoldaer Stadtfarben schwarz, gelb und grün.

Mit Kritik konfrontiert sah sich Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), der dem Umzug auf einer Ehrentribüne zuschaute. Auf einem Themenwagen zeigten Gegner der geplanten Gebietsreform den Regierungschef als Pappfigur. "Das nehme ich mit Humor", sagte er - und reagierte gelassen.

Die Polizei konstatierte einen weitgehend störungsfreien Thüringentag in entspannter Atmosphäre. An den drei Festtagen seien insgesamt 15 kleinere Straftaten registriert worden. "Bei einem Fest dieser Größenordnung ist das eigentlich nichts", sagte eine Sprecherin. Bei den Delikten handelte es sich um Sachbeschädigungen, Körperverletzungen und den Diebstahl einer Geldkassette mit 500 Euro vom Festgelände. Zudem hätten die Sicherheitsdienste einige alkoholbedingte Probleme bereits entschärft, ohne dass die Polizei eingreifen musste.

Der Thüringentag war am Freitag eröffnet worden. Er bot auf 12 Bühnen Konzerte und Gesprächsrunden. Landtag, Landesregierung, Behörden, Polizei, Rettungsorganisationen und zahlreiche Vereine präsentierten sich an Informationsständen. Die Apoldaer Innenstadt glich an den drei Festtagen einer großen Partymeile. Tausende Menschen feierten teils bis in die frühen Morgenstunden ausgelassen im Stadtzentrum.

Der Thüringentag, eines der größten Volksfeste im Freistaat, wird seit 1996 gefeiert. Gastgeber der nächsten Auflage ist 2019 Sömmerda.

Titelfoto: DPA


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0