Tickende Zeitbombe: Jetzt geht es dem Ami-Krebs an den Kragen

Auf Initiative des Senats soll der Sumpfkrebs zur Eindämmung eingefangen werden - ein schwieriges Unterfangen.
Auf Initiative des Senats soll der Sumpfkrebs zur Eindämmung eingefangen werden - ein schwieriges Unterfangen.

Berlin - Anfangs war es spektakulär, doch nach wenigen Wochen wurde das Ausmaß bedrohlich: Der Rote Amerikanische Sumpfkrebs hat Berlin erobert und seine Auswirkungen auf das heimische Ökosystem sind verheerend. Statt den Umstand hinzunehmen, wird das Krustentier nun doch bekämpft.

"Wir versuchen, die Krebse zu fangen, auch wenn es schwer ist", sagte Derk Ehlert (50), Wildtierexperte der Umweltverwaltung, am Mittwoch. Es würden nun erstmals Kescher, Fangnetze und Fallen rund um den Neuen See eingesetzt. Es ist unbekannt, wie groß der Bestand ist. Er geht auf ausgesetzte Krebse zurück. Zuerst hatten die Zeitungen Bild und B.Z. berichtet.

Wie die Krebse in den Tiergarten gelangten, kann derzeit nur spekuliert werden. Ehlert vermutet, dass die Tiere irgendwann von privaten Züchtern ausgesetzt wurden. "Die Krebse haben sich danach hier angesiedelt und in aller Ruhe vermehrt, weil die Lebensbedingungen in Ordnung waren", so der Wildtierexperte zur B.Z..

Ziel ist es, zumindest den Bestand klein zu halten und die Ausbreitung in andere Gewässer zu verhindern. Das ist auch die Vorgabe, denn der Rote Amerikanische Sumpfkrebs (Procambarus clarkii) steht auf einer Liste der EU-Kommission mit eingewanderten Arten, die potenziell schädlich sind, etwa für einheimische Arten und Ökosysteme.

In Berlin erregen die Krebse seit Mitte August Aufmerksamkeit, weil sie wegen des vielen Regens aus ihren Verstecken kamen und sogar auf Straßen krabbelten (TAG24 berichtete). Sie kommen aber nicht nur im Tiergarten vor.

Ein roter amerikanischer Sumpfkrebs läuft über einem Weg im Berliner Tiergarten.
Ein roter amerikanischer Sumpfkrebs läuft über einem Weg im Berliner Tiergarten.  © DPA

WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0