Tatzenabdrücke im Schnee: Dieses Raubtier war hier unterwegs

Garmisch-Partenkirchen - Vier Monate nach dem Bären-Schnappschuss einer Wildtierkamera sind im südlichen Landkreis Garmisch-Partenkirchen Tatzenabdrücke im Schnee entdeckt worden.

Spuren eines Braunbären sind im Landkreis Garmisch-Partenkirchen im Grenzgebiet zwischen Bayern und Tirol im Schnee zu sehen.
Spuren eines Braunbären sind im Landkreis Garmisch-Partenkirchen im Grenzgebiet zwischen Bayern und Tirol im Schnee zu sehen.  © Bayerisches Landesamt für Umwelt/dpa

Ein Braunbär habe sie am vergangenen Wochenende hinterlassen, teilte das Landesamt für Umwelt (LfU) am Montag mit.

Zuletzt hatte im vergangenen Oktober eine Wildtierkamera einen Braunbären im Landkreis Garmisch-Partenkirchen fotografiert.

Auch zuvor gab es mehrfach Hinweise darauf, dass ein Tier im Grenzgebiet zwischen Tirol und Bayern herumzieht. "Es ist möglich, dass alle Spuren von einem einzigen Tier stammen", erläuterte das LfU.

"Der Bär verhält sich nach wie vor sehr scheu und unauffällig." Behörden, Interessenverbände und Nutztierhalter seien informiert worden. Bayern sei mit einem Managementplan auf diese Situation vorbereitet.

Der im Oktober gesichtete Bär war der erste Artgenosse in Bayern seit 2006 Braunbär Bruno nach vergeblichen Fangversuchen im oberbayerischen Spitzingseegebiet abgeschossen wurde.

Anders als dieser Bär hatte Bruno mit Streifzügen bis in Ortschaften hinein und zahlreichen Rissen von Schafen für Aufregung gesorgt. Er wurde deshalb trotz strengen Schutzes zum Abschuss freigegeben.

Heute steht er ausgestopft in München im Museum.

Managementplan Bär: Nach Bruno-Desaster wird der Umgang mit Wildtieren in Bayern geregelt

Das Foto einer Wildtierkamera, das in der Nacht zum 23.10.2019 im Landkreis Garmisch-Partenkirchen aufgenommen wurde, zeigt einen Braunbären.
Das Foto einer Wildtierkamera, das in der Nacht zum 23.10.2019 im Landkreis Garmisch-Partenkirchen aufgenommen wurde, zeigt einen Braunbären.

Nach dem Desaster mit Bruno war im Freistaat ein >>Managementplan für den Fall einer neuen Bärenankunft erarbeitet worden. Er regelt den Umgang mit dem Wildtier und die Schritte, falls es Probleme gibt.

Mit dem Managementplan sei Bayern auf einen Bären vorbereitet, hieß es beim LfU. Behörden, Interessenverbände und Nutztierhalter seien informiert worden. Vor allem Almbauern sahen die Ankunft des neuen Bären allerdings mit Skepsis.

Die frischen Tritte im Schnee wurden von einem Mitglied des Netzwerks Große Beutegreifer gemeldet, in dem Ehrenamtliche unter anderem aus Landwirtschaft, Jagd und Umweltschutz mitarbeiten.

Bereits im Oktober waren im Umfeld der Wildtierkamera genetische Proben gefunden worden, die sich noch in der Auswertung befinden. Sie sollen Aufschluss über die Herkunft des Tieres geben.

Vermutet wird, dass es sich um einen männlichen Bären handelt, der wie sein berühmter Vorgänger Bruno aus dem italienischen Trentino über Tirol nach Bayern kam.

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