Verstörende Video-Aufnahmen! Landkreis zeigt Schlachthof an

Stade - Nach Vorwürfen gegen einen Schlachthof in Düdenbüttel wegen Tierquälerei hat auch der Landkreis Stade Anzeige erstattet.

Grausam: Eine kranke Kuh wird an ihrem bereits verletzten Fuß eine Seilwinde hinaufgezogen.
Grausam: Eine kranke Kuh wird an ihrem bereits verletzten Fuß eine Seilwinde hinaufgezogen.  © Screenshot Youtube/sokotierschutz

Sie richte sich gegen Betreiber und Mitarbeiter des Betriebs wie gegen die Bauern, die verbotenerweise kranke, nicht schlachtfähige Tiere verkauft hätten. Das sagte die zuständige Dezernentin des Landkreises, Nicole Streitz.

Der Kreis habe Videoaufnahmen der Misshandlungen begutachtet, die von der Organisation Soko Tierschutz stammen. "Nach unseren Erkenntnissen stimmt ein Teil der Vorwürfe der Tierschutzorganisation", sagte Landrat Michael Roesberg.

Im Video ist zu sehen, wie kranke und verletzte Tiere etwa getreten und mit Mistgabeln gestochen werden. Dann werden sie in einem Schlachthof genauso grausam aufgehängt und getötet. Die Aufnahmen der versteckten Kameras sind verstörend.

Friedrich Mülln von der Soko Tierschutz sieht klar ein System. Düdenbüttel sei allein in Niedersachsen der vierte Schlachtbetrieb, bei dem seine Organisation solche Praktiken aufgedeckt habe - nach Laatzen, Oldenburg und Bad Iburg.

Im Fall Düdenbüttel sei es gelungen, die Höfe zu identifizieren, die solche Rinder verkaufen. Zwischen Bauern, Tierhändlern und Schlachtern laufe eine "völlig kaltblütige Kumpanei", sagte Mülln.

Der Betrieb in Düdenbüttel ist seit Anfang April geschlossen. Die Zentralstelle für Landwirtschaftsstrafsachen bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg prüft ebenfalls die Aufnahmen.

Bei ihr liegen bereits Anzeigen der Soko Tierschutz und des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums vor.

Ermittelt werde gegen die Betreiber des Schlachthofs, sagte eine Sprecherin auf Anfrage.

Immer wieder decken die Tierschützer der SOKO Tierschutz Missstände in deutschen Betrieben auf.
Immer wieder decken die Tierschützer der SOKO Tierschutz Missstände in deutschen Betrieben auf.  © DPA

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