Tierquälereiskandal: Nächster Rinderhalter im Fokus der Ermittler

Memmingen – Ein weiterer Rinderhalter aus dem Allgäu steht wegen Vorwürfen der Tierquälerei im Visier der Behörden.

Ein weiterer Betrieb soll Kühe im Allgäu gequält haben. (Symbolbild)
Ein weiterer Betrieb soll Kühe im Allgäu gequält haben. (Symbolbild)  © Roland Weihrauch/dpa

Die Staatsanwaltschaft Memmingen teilte am Mittwoch mit, dass sie Ermittlungen aufgenommen habe.

Nach dem Skandal um einen Betrieb im Unterallgäu, ist dieser Hof der zweite Betrieb, der in die Schlagzeilen gerät (TAG24 berichtete).

Es seien anonyme Hinweise auf Verstöße in der Tierhaltung des Großbauern im Landkreis Unterallgäu eingegangen, die sich nach einer Vorprüfung bestätigt hätten.

Das Landratsamt wollte zunächst keine Einschätzung zum Ausmaß der Verstöße bekannt geben. Bei einer Kontrolle seien dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) jedoch Mängel aufgefallen.

Die Behörde habe daraufhin Auflagen gegen den Betreiber erteilt.

Update 20.00 Uhr: Tierskandal im Allgäu weitet sich aus

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen neun Verdächtige, darunter der Inhaber, Mitarbeiter sowie drei Tierärzte. Gegen den Betreiber besteht demnach der Verdacht, dass er durch Unterlassen von Behandlungen oder das Einschläfern kranker Rinder den Tieren Schmerzen zugefügt hat. Zur Aufklärung der Vorwürfe gründete die Polizei eine 30-köpfige Sonderkommission. Das Unternehmen hat sich bislang zu den Anschuldigungen öffentlich nicht geäußert.

Seit Bekanntwerden des Verdachts im Allgäu gingen vermehrt Hinweise der Tierquälerei beim Veterinäramt ein, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes am Mittwoch. "Die Leute sind nun sensibilisiert. Wir gehen jedem Hinweis nach."

Nach den Tierquälerei-Veröffentlichungen wurde vermehrt Kritik an den Kontrollen der Behörden laut.

Bayerns Verbraucherschutzminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) hatte angekündigt, die Kontrollen von Großbetrieben neu zu organisieren. Eine dafür zuständige Spezialbehörde soll 2 neue Standorte und 25 neue Stellen erhalten.

Anonyme Hinweise sollen auf die Haltung im Betrieb hingewiesen haben. (Symbolbild)
Anonyme Hinweise sollen auf die Haltung im Betrieb hingewiesen haben. (Symbolbild)  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Titelfoto: Roland Weihrauch/dpa

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