Nach den Sommerferien: Tierheim Hamburg zieht erschreckende Bilanz!

Hamburg - Zum Ende der Sommerferien hat sich der Hamburger Tierschutzverein (HTV) mit einer erschreckenden Bilanz an die Öffentlichkeit gewandt.

Im Tierheim in der Süderstraße wird sich liebevoll um "Pina" gekümmert.
Im Tierheim in der Süderstraße wird sich liebevoll um "Pina" gekümmert.

Denn allein in den sechs Wochen zwischen Sommerferienbeginn und -ende mussten 190 mutmaßlich ausgesetzte Tiere in der Süderstraße aufgenommen werden, heißt es in einer Mitteilung des Vereins.

Zusätzlich seien 111 Tiere abgegeben worden. Darunter befanden sich den Angaben zufolge 83 Katzen, 22 Kleinsäuger wie Kaninchen oder Mäuse und 9 Hunde.

Auch exotische Ziervögel, Tauben, eine Schildkröte und sogar ein Huhn wurden während der Sommerferien im Tierheim aufgenommen.

"Wir sind erschüttert und empört", sagt Sandra Gulla, 1. Vorsitzende des Hamburger Tierschutzvereins zu den Zahlen. Wer ein Tier aussetze, beweise eine besonders große Empathie- und Charakterlosigkeit.

Dies verdeutlichen auch die Geschichten zu Einzelfällen, von dem das Tierheim berichtet. So wurde etwa Mops "Pina" am 28. Juli an einer Bushaltestelle in Wilhelmsburg gefunden.

Sie war erst einen Monat alt und hätte alleine nicht überleben können. "Wir haben Pina aufgepäppelt und großgezogen", heißt es in dem Bericht. Nun ist die Kleine soweit, in einem fürsorglichen Zuhause aufgenommen zu werden und wartet auf neue Besitzer.

Einen weiteren unglaublichen Fall gab es erst am 4. August. Unbekannte setzten eine 15-jährige Perserkatze vor der Tür des Tierheims aus. Bei ihr befanden sich 50 Euro und ein Zettel mit der Botschaft: "Meine Besitzer haben viel Geduld, Zeit und Geld investiert und jetzt schweren Herzens beschlossen, mich wegzugeben, da ich mit meiner Unsauberkeit nicht aufhören kann!"

Das Tierheim Hamburg bittet um Hinweise, nach den ursprünglichen Haltern der Tiere und führt weitere Fälle auf seiner Website auf. "Wer sein Tier aussetzt, begeht mindestens eine Ordnungswidrigkeit, schnell auch eine Straftat", erinnert Sandra Gulla.

Diese könnten mit Geldstrafen von bis zu 25.000 Euro oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

Ein in Hamburg ausgesetzter Schäferhundmix-Welpe blickt in die Kamera des Fotografen. (Archivbild)
Ein in Hamburg ausgesetzter Schäferhundmix-Welpe blickt in die Kamera des Fotografen. (Archivbild)

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