Diese Tiere suchen ein liebevolles Zuhause

Tierheim-Chef Hanns-Hendrik Kluge (59) lädt am Samstag in Dresden zum ersten Vermittlungswochenende.
Tierheim-Chef Hanns-Hendrik Kluge (59) lädt am Samstag in Dresden zum ersten Vermittlungswochenende.

Von Dirk Hein

Dresden - Das neue Jahr hat gerade begonnen - Zeit einen der guten Vorsätze in die Tat umzusetzen. Wer Hund, Katze, Schlange oder Taube ein neues zu Hause bieten will: Im Dresdner Tierheim findet am Wochenende das erste Vermittlungswochenende statt.

Samstag und Sonntag ist dann jeweils von 13 bis 15 Uhr geöffnet. Regulär ist das Tierheim sonst nur unter der Woche offen.

Lediglich einmal im Quartal werden auch am Wochenende Tiere vermittelt. „Die Regelung hat sich bewährt. Der Aufwand ist enorm und öfter nicht zu stemmen“, sagt Tierheim-Chef Hanns-Hendrik Kluge (59).

Die Nachweihnachtszeit sieht Kluge übrigens entspannt. „Das Tiere als ungewünschtes Weihnachtsgeschenk einfach abgegeben werden, kommt fast nie vor.“

Der Vermittlungsbedarf ist dennoch weiterhin hoch. Etwa 50 Hunde und 80 Katzen warten auf neue Herrchen oder Frauchen.

Kater Jack

Der erste Eindruck trügt: Jack (7) ist keineswegs immer sooooo scheu.

Der Kater liebt vor allem seinen Freigang.

Jack wurde bereits einmal als Stubentiger vermittelt - rebellierte dort aber vehement.

Kurios: Sein Tierheim-Asyl teilt sich Jack übrigens mit vier schwarzen Katzen.

Letztes Jahr waren teilweise über 30 kohlrabenschwarze Samtpfoten im Tierheim untergebracht.

Die zwei Pfautauben

Diese zwei prachtvollen Pfautauben warten aktuell im Tierheim auf ein besseres zu Hause.

Sie sind etwa sechs Monate alt.

Die Tiere wurden dem vorherigen Züchter weggenommen.

Er hatte die Tauben in einer Wohnung gehalten.

Labrador-Mischling Cuno

Labrador-Mischling „Cuno“ (etwa 7) wurde von seinen einstigen Besitzern an einem Weg hinter dem Tierheim angebunden - und verlassen.

Das Tier war schwer übergewichtig, hat bereits acht Kilo verloren.

Cuno braucht regelmäßig ein Schmerzmittel - und im Idealfall Physiotherapie.

Mischlingshündin Mona

Die Tierpfleger Stefan Nürk (49) und Katrin Arzt gehen mit Mischlingshündin „Mona“ spazieren.

Die neunjährige Hunde-Dame wartet seit fast einem halben Jahr auf ein neues zu Hause.

Der Findling mag sportliche Menschen - aber keine Artgenossen.

Traurig: Monas einstige Besitzer suchten per Ebay-Anzeige nach dem Hund.

Als das Tierheim helfen wollte, war die Anzeige bereits wieder gelöscht.

Schäferhund-Mischling Whisky

Schäferhund-Mischling „Whisky“ ist seit Ende Dezember im Tierheim.

Der achtjährige Rüde musste seinem vorherigen Besitzer weggenommen werden.

Das Tier kam klapperdürr ins Heim, wird aktuell liebevoll aufgepäppelt.

Und so sieht es im Chemnitzer Tierheim aus

Liebevoll spielt Ramona Leistner (51) vom "Tiere in Not e.V." mit Mieze Rosalie. Im Vordergrund schaut "Mimi" neugierig.
Liebevoll spielt Ramona Leistner (51) vom "Tiere in Not e.V." mit Mieze Rosalie. Im Vordergrund schaut "Mimi" neugierig.

Von Ronny Licht

Chemnitz - Wenn die glanzvollen Feiertage vorbei sind, der Alltag in den Wohnzimmern einkehrt, steht auch für so manches Haustier die Zukunft auf dem Spiel.

Eben noch das putzige Weihnachtsgeschenk, kann aus Hase, Meerschwein und Hund ganz plötzlich der lästige Vierbeiner werden - Endstation Tierheim.

Tierheim-Chef Jens von Lienen (56) kennt es nur zu gut: „Zuerst kommen Kleintiere wie Meerschweinchen oder Hasen zurück. Ein paar Wochen später merken viele Leute, dass Hunde und Katzen auch eine Menge Arbeit und Verantwortung bedeuten. Gerade wenn junge Hunde ins so genannte Flegel- Alter kommen, wird es oftmals anstrengend.“

Auch für dieses Frühjahr rechnet man daher mit einem Anstieg bei abgegebenen Hunden von etwa 15 Prozent.

Tierheim-Chef Jens von Lienen (56) und Hündin "Amy" (4) warten gespannt, wieviele Weihnachts-Tiere diesmal abgegeben werden.
Tierheim-Chef Jens von Lienen (56) und Hündin "Amy" (4) warten gespannt, wieviele Weihnachts-Tiere diesmal abgegeben werden.

Der Tierheim- Chef wirbt um mehr Geduld: „Wer sich einen Hund oder eine Katze zulegt, sollte bedenken, dass die Tiere um die 15 Jahre alt werden können.“

Auch beim „Tiere in Not e.V.“ im Heckert-Gebiet ist man gespannt, was in diesen Tagen an Neulingen abgegeben wird.

Objektleiterin Ute Weiß (52): „Tiere gehören nicht unter den Weihnachtsbaum. Zum Glück haben wir viele Spender, so können wir den Mehrbedarf gut ausgleichen.“

Wie im Chemnitzer Tierheim hat man auch in Röhrsdorf mit einem Vermittlungs-Stopp rund um die Feiertage versucht, das spontane vierbeinige Schnäppchen unterm Weihnachtsbaum zu verhindern.

Pflegerin Nicole Braun (27): „Mehr konnten wir nicht machen. Den Zoohandlungen ist das aber egal - die wollen nur verkaufen. Dort müsste man viel mehr aufklären.“

Fotos: Andreas Weihs, Sven Gleisberg, Uwe Meinhold


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