Grausame Tierquälerei: Polizei befreit verstümmelte Dobermänner

Blankenburg/Wienrode - Der Polizei ist im Kampf um das illegale Verstümmeln von Hunden ein großer Schlag gelungen. In Sachsen-Anhalt wurden 20 Vierbeiner in einem Wohnhaus entdeckt, 15 von ihnen wurden beschlagnahmt. Sie waren Teil eines gewerbsmäßigen Handels und sollten verkauft werden.

Ein Polizist kniet neben mehreren jungen Dobermännern, die teilweise oder komplett verstümmelt wurden.
Ein Polizist kniet neben mehreren jungen Dobermännern, die teilweise oder komplett verstümmelt wurden.  © Polizei

Nach Recherchen der Tierschutzorganisation PETA wurde durch die Staatsanwaltschaft Halberstadt ein Ermittlungsverfahren wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gegen zwei Frauen eingeleitet. Mit dem Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts statteten die Beamten einer Deutschen (54) und ihrem 59-jährigen Lebensgefährten am Donnerstagmorgen einen Besuch ab, stießen dabei auch auf eine serbische Komplizin (48) und zwei männliche Begleiter.

In dem Wohnhaus der Frau in Wienrode im Harz wurden so zehn etwa acht Wochen alte Dobermann-Welpen, fünf Junghunde zwischen vier und fünf Monaten, drei ausgewachsene Dobermänner sowie zwei Tiere kleinerer Hunderassen festgestellt werden. Sie alle wurden über eine Internetplattform angeboten und sollten verkauft werden.

"Bei den zehn Welpen waren die Ruten bereits zum Teil kupiert, bei den fünf Junghunden die Ohren und Ruten", so Polizeisprecherin Nadine Sünnemann. Die Welpen sowie die Junghunde wurden durch den Landkreis beschlagnahmt und werden derzeit amtlich verwahrt. Sie wurden in umliegende Tierheime gebracht.

Plötzlich tauchten potenzielle Käufer auf

20 Tiere wurden festgestellt, von denen 15 beschlagnahmt wurden.
20 Tiere wurden festgestellt, von denen 15 beschlagnahmt wurden.  © Polizei

Das Kupieren bei Tieren ist seit 1986 (Ohren) beziehungsweise 1998 (Ruten) in Deutschland verboten und stellt einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar.

"Die schmerzvolle Amputation der Körperteile der Tiere wird demnach als Misshandlung gewertet und mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft", so Sünnemann.

Im Zuge der Durchsuchungsmaßnahmen erschienen sogar zwei potenzielle Käufer, die aus anderen Bundesländern angereist waren. Sie wollten jeweils einen Junghund kaufen und abholen.

Die verdächtigen Personen wurden im Anschluss vernommen. Die sichergestellten Dokumente und Speicherdaten werden aktuell ausgewertet, was einige Zeit in Anspruch nehmen wird, so die Polizei.

Zumindest für diese Dobermänner hat das Martyrium ein Ende.
Zumindest für diese Dobermänner hat das Martyrium ein Ende.  © Polizei

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