Erschreckende Zahlen aus Horror-Milchbetrieb: Jedes fünfte Kälbchen starb

Bad Grönenbach/München - In dem unter Tierquälerei-Verdacht stehenden Milchviehbetrieb (Tag24 berichtete) im Allgäu sind in der Vergangenheit zahlreiche Kälber verendet.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Betreiber des Hofes in Grönenbach wegen Tierquälerei.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Betreiber des Hofes in Grönenbach wegen Tierquälerei.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Nach amtlichen Zahlen starb in den vergangenen fünf Jahren etwa jedes fünfte Kälbchen in dem Großbetrieb.

Dies ergibt sich aus am Donnerstag veröffentlichten Zahlen, die das Verbraucherschutzministerium in München auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion zusammengestellt hat.

Demnach wurden seit Mitte 2014 auf dem Hof 9257 Kälber geboren, davon verendeten 1790 (19,3 Prozent). Die Zahlen stammen von dem örtlichen Landratsamt.

Nach dem jährlichen >>Milchreport Bayern von der Landesanstalt für Landwirtschaft lag die Zahl der "Kälberverluste" von 2014 bis 2017 landesweit zwischen 9,0 und 9,7 Prozent. Die Totgeburten sind darin enthalten. Der Milchreport für 2018 liegt noch nicht vor.

Die SPD-Tierschutzexpertin Martina Fehlner warf den staatlichen Verbraucherschützern vor, nicht rechtzeitig reagiert zu haben. Das Unternehmen war auch am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Staatsanwaltschaft Memmingen ermittelt in dem Fall. Eine Tierrechtsorganisation hatte Videoaufnahmen veröffentlicht, die Misshandlungen von Kühen in dem Stall zeigen sollen.

Gegen mutmaßliche Tierquälerei auf einem der größten Milchviehbetriebe in Bayern demonstrierten mehrere hundert Tierschützer in Grönenbach.
Gegen mutmaßliche Tierquälerei auf einem der größten Milchviehbetriebe in Bayern demonstrierten mehrere hundert Tierschützer in Grönenbach.  © Benjamin Liss/dpa

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