Angler wegen Riesen-Fisch angezeigt!

Oliver B. posiert mit seinem Wels, danach ließ er das Tier wieder frei.
Oliver B. posiert mit seinem Wels, danach ließ er das Tier wieder frei.

Chemnitz/leipzig - Die Tierschützer von PETA sagen Anglern den Kampf an. Wegen Tierquälerei erstatteten sie jetzt Strafanzeige gegen den Geringswalder Hobbyangler Oliver B. (33), der bei Strehla einen 65 Kilo schweren Wels aus der Elbe gezogen hatte (MOPO24 berichtete).

Grund: Er hatte den Brocken abends gefangen und bis zum Morgengrauen am Ufer im Wasser liegen lassen (gehältert), um bei Tageslicht ein Trophäen-Foto zu machen.

Danach warf er den Wels wieder ins Wasser. Offenbar hat das Tier überlebt. „Catch and Release“ („Fangen und freilassen“) heißt das.

„Es bedeutet Stress und Schmerzen für die Fische. Wir sind gegen jede Art von Angeln, besonders aber gegen so etwas“, sagt Vanessa Reithinger (31), PETA-Fachreferentin für Wildtiere.

Die PETA-Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Chemnitz basiert auf Paragraf 17 Tierschutzgesetz. Inhalt: Freiheits- oder Geldstrafe bei Tiertötung und -quälerei.

Reithinger: „Wir zeigen an, was wir mitbekommen.“ In den letzten beiden Jahren waren das 25 Angler, in diesem Jahr sechs. Im Oktober 2014 wurde ein Angelpark-Betreiber im Münsterland zu 6000 Euro Geldstrafe verurteilt. Wegen „Catch and Release“.

„Wir äußern uns nicht zu Mitgliedern“, sagt Friedrich Richter (60), Geschäftsführer des Anglerverbands Leipzig, zu dem auch B.’s Verein „Angelspezi XXL“ gehört. Oliver B. war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

René Häse (33), Vorsitzender des Angelbands Elbflorenz, hat Verständnis für den Kampf der Tierschützer: „,Catch and Release‘ ist sehr bedenklich. Allein im Verband haben wir bei 16.000 Anglern drei bis zehn Regelverstöße pro Woche. Das ist ein menschliches Problem. Gern würden wir mit PETA reden - aber auf Augenhöhe.“

Foto: Privat


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