Harter Zensur-Vorwurf an Berlinale: Til-Schweiger-Szenen aus "Berlin, I Love You" geschnitten?

Berlin - Er sollte eine Hommage an die deutsche Hauptstadt werden, doch nun sorgte der Film "Berlin, I Love You“ vor allem für eins: Diskussionen über den Einfluss Chinas auf die Berlinale.

Ai Weiwei und Till Schweiger drehten zusammen eine Episode für den Film "Berlin, I love you". (Bildcollage)
Ai Weiwei und Till Schweiger drehten zusammen eine Episode für den Film "Berlin, I love you". (Bildcollage)  © dpa/Ralf Hirschberger/Maurizio Gambarini/Daniel Bo

Der berühmte chinesische Regisseur Ai Weiwei ist seiner Regierung schon lange ein Dorn im Auge.

Er stand bereits für mehrere Jahre unter Hausarrest, viele seiner Filme unterliegen in China einem Aufführungsverbot.

Unter Hausarrest stand er beispielsweise auch im Jahr 2015, als er seinen Kurzfilm-Beitrag für den Episodenfilm "Berlin, I love you" drehte – per Webcam schaltete er sich für die Regieanweisungen über das Internet zu.

Spannend ist auch der A-Promi, der in Ai Weiweis achtminütigen Beitrag zum Film auftaucht: Der ist nämlich kein geringerer als Til Schweiger.

Die Beteiligten rechneten fest damit, dass der Film als Highlight auf dem Berliner Filmfestival läuft. Doch die Produktionsfirma des Episodenfilms "Berlin, I Love You" habe seinen Beitrag aus der finalen Fassung geschnitten – aus Angst vor politischen Konsequenzen der chinesischen Regierung und auf Druck der Berlinale-Veranstalter, wie es heißt.

"Ich fragte meinen Produzenten. Der sagte mir, die Berlinale hätte den Film nicht akzeptiert, wenn ich ein Teil davon gewesen wäre", erklärte er gegenüber der Deutschen Welle.

Die Organisatoren der Berlinale bestreiten das und betonen gegenüber dem "Hollywood Reporter", dass die Beteiligung Ai Weiweis kein Kriterium für die Auswahl beim Festival war – der Film sei unabhängig von der Teilnahme des 61-Jährigen an dem Film nicht ins Programm des Festivals aufgenommen worden.

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