So viel blechte der Steuerzahler für Til Schweigers Hollywood-Flop

Hamburg - Til Schweigers Kino-Flop "Head Full Of Honey" kommt dem Steuerzahler teuer zu stehen. In das Remake des Erfolgsfilms "Honig im Kopf" sind hohe Fördersummen geflossen.

Til Schweiger (55) hält mit seinem Handy fest, was er sieht.
Til Schweiger (55) hält mit seinem Handy fest, was er sieht.  © dpa/Armin Weigel

Die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein hat fast eine halbe Million Euro investiert, berichtet die Hamburger Morgenpost.

Eine Kleine Anfrage des CDU-Abgeordneten Dietrich Wersich brachte die Zahlen ans Licht.

Die Filmförderung steckte 450.000 in die Produktion von Til Schweiger, außerdem bekam Warner Brothers 45.000 Euro für den Verleih.

Eine Begründung der Entscheidung werde nicht veröffentlicht, heißt es in der Antwort des Hamburger Senats auf die Kleine Anfrage.

Mit der Förderung sei aber gleichzeitig per Vertrag vereinbart worden, dass es mindestens 14 Drehtage in Schleswig-Holstein geben soll "sowie ein Regionaleffekt von mindestens 2.173.680 Euro im Rahmen der Produktion."

Das bedeutet, dass diese Summe vor Ort ausgegeben werden muss. Sie soll den Wirtschaftsstandort stärken.

Tatsächlich wurde "Head Full Of Honey" zwei Wochen im Kreis Stormarn bei Hamburg gedreht. Die Hollywood-Stars Nick Nolte (78), Matt Dillon (55) und Emily Mortimer (47) spielten Szenen des Films im Herrenhaus Altfresenburg und am Seefelder See bei Bad Oldesloe.

"Head Full Of Honey" war im Kino ein Debakel

Die Schauspieler Matt Dillon (von links nach rechts), Emily Mortimer, Til Schweiger und May Rose Nivola, Tochter von Emily Mortimer, sind zur Europapremiere des Films "Head Full of Honey" in den Zoo Palast nach Berlin gekommen.
Die Schauspieler Matt Dillon (von links nach rechts), Emily Mortimer, Til Schweiger und May Rose Nivola, Tochter von Emily Mortimer, sind zur Europapremiere des Films "Head Full of Honey" in den Zoo Palast nach Berlin gekommen.  © dpa/Jörg Carstensen

Insgesamt soll "Head Full Of Honey" mit mehr als vier Millionen Euro aus unterschiedlichen deutschen Filmfördertöpfen unterstützt worden sein.

Ob das Geld gut angelegt war? Der Film floppte bekanntlich. Nach nur einer Woche nahm der Verleih ihn aus den US-Kinos. Ganze 12.350 Dollar spielte er ein.

Das Scheitern hat Til Schweiger nicht einfach weggesteckt, redete es sich aber teilweise schön. In zwei US-Kinos seien die Besucherzahlen doch "ganz gut" gewesen und steckte Hoffnungen in seinen Heimatmarkt.

Doch in Deutschland setzte sich das Debakel fort. Hier brachte der Film rund 57.000 Euro in die Kasse und wurde schnell abgesetzt.

Zum Vergleich: Das Original "Honig im Kopf" von 2014 sahen bundesweit 7,19 Millionen Menschen. International spielte die Erfolgskomödie rund 60 Millionen Euro ein.

Das war auch der Grund, warum Hollywood Interesse an einem US-Remake hatte. Doch alle Hoffnungen wurden enttäuscht.

Das dürfte bei "Run of the Hitman" anders sein. Für den Hollywood-Streifen steht Til Schweiger aktuell mit Superstar Bruce Willis (64) vor der Kamera.

Der Wahlhamburger spielt darin einen Auftragskiller. Anfang 2020 soll der Film ins Kino kommen - ganz ohne Filmförderung aus Norddeutschland.

Til Schweiger hat für Hollywood ein Remake von "Honig im Kopf" gedreht.
Til Schweiger hat für Hollywood ein Remake von "Honig im Kopf" gedreht.  © dpa/Jens Büttner

Titelfoto: Montage: dpa/Armin Weigel, dpa/Jens Büttner

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