Tatort-Darsteller Til Schweiger: "Ich gucke eigentlich nie Tatort"

Hamburg - Explosionen, Geballer und viele Leichen - die bisherigen Tatort-Filme mit Til Schweiger (56) glichen amerikanischen Actionfilmen. Daran gab es viel Kritik. Im neuen Schweiger-Krimi soll es deutlich gemächlicher ablaufen.

Nick Tschiller (Til Schweiger, rechts) muss im neuen Tatort Tom Nix (Ben Münchow) beschützen.
Nick Tschiller (Til Schweiger, rechts) muss im neuen Tatort Tom Nix (Ben Münchow) beschützen.  © NDR/Christine Schroeder

Über den sechsten Fall von Ermittler Nick Tschiller spricht Til Schweiger im Interview mit der Goldenen Kamera.

Dabei nimmt der Schauspieler auch Bezug auf den im Kino gefloppten (280.000 Zuschauer) und auch im Fernsehen durchgefallenen Film "Tschiller: Off Duty".

Danach "waren wir uns einig, dass man die Action nicht mehr weiter nach oben treiben kann – weil wir vier Folgen lang ordentlich 'die Sau' rausgelassen hatten." Jetzt sei die Zeit reif, um etwas Neues auszuprobieren.

Das hat das Team dann gemacht und den neuen Tatort "Tschill out" auf der Insel Neuwerk gedreht. Dort soll Ermittler Tschiller eigentlich mit traumatisierten Jugendlichen arbeiten, muss dann aber Tom Nix (Ben Münchow) vor Killern beschützen.

Die Dreharbeiten haben den Schauspielern und der Crew ganz schön viel abverlangt - vor allem wegen des rauen Wetters auf der Nordseeinsel. Es war extrem windig und kalt, erzählt Til Schweiger.

Mindestens zwei Tatort-Folgen mit Til Schweiger kommen noch

Til Schweiger haben die Dreharbeiten auf Neuwerk gut zugesetzt. (Archivbild)
Til Schweiger haben die Dreharbeiten auf Neuwerk gut zugesetzt. (Archivbild)  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

"Wir waren die ganze Zeit draußen - und der Wind fühlte sich an, als wären wir zwei Stunden auf der Skipiste gewesen." Mitte März begannen die Dreharbeiten in der Hamburger Hafencity und verlagerten sich schnell nach Neuwerk.

"Abends war ich so kaputt, dass meine Kräfte nicht mal mehr für Sport gereicht haben, sondern nur noch für ein Wiener Schnitzel und um todmüde ins Bett zu fallen", sagte Til Schweiger.

In den ersten Drehtagen habe Schweiger den NDR-Unterhaltungschef Thomas Schreiber verflucht, "weil ich die Szenen mit einer Gruppe schwer erziehbarer Jugendlicher schließlich auch auf einer warmen Insel wie Mallorca hätte drehen können."

Aber als es dann vorbei war, seien alle wehmütig gewesen. Die harten Bedingungen haben die Gruppe aneinander geschweißt.

Nach Schweigers Angaben sind zwei weitere Tatort-Folgen mit ihm vertraglich vorgesehen. Er könne sich aber auch vier oder sogar acht vorstellen. Wann der nächste Dreh startet, ist aber offen. Es gebe derzeit kein Drehbuch.

Im Interview verrät Schweiger auch ein unerwartetes Geheimnis: "Ich gucke eigentlich nie Tatort." Das erste Mal seit Langem hat der 56-Jährige den Frankfurter Krimi mit Ulrich Tukur gesehen und danach scharf kritisiert.

Aber mit Kritik am Tatort kennt sich Schweiger aus. Die wurde immer laute, nachdem die Quoten im Laufe der vier Tschiller-Folgen (plus Kinofilm) gesunken sind. Dafür macht der Hamburger die Ausstrahlungstermine und die Berichterstattung verantwortlich.

Die habe die ganze Zeit gelautet, "dass niemand mehr den Hamburger Tatort sehen und Til Schweiger nicht wahrhaben will, dass keiner mehr seine Filme sehen will. Das ist aber einfach nicht wahr."

Wer den Tatort "Tschill Out" mit Til Schweiger als Ermittler Nick Tschiller sehen will, muss am Sonntag, 5. Januar, um 20.15 Uhr das Erste einschalten.

Titelfoto: NDR/Christine Schroeder

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