Mann wacht nach Darm-OP mit Dauererektion auf

Der 58-Jährige wachte nach der Operation mit einer Dauererektion auf.
Der 58-Jährige wachte nach der Operation mit einer Dauererektion auf.  © dpa (Symbolbild)

Tilburg - Ein Mann aus den Niederlanden hatte Darmkrebs, sodass die rechte Hälfte seines Dickdarms entfernt werden musste. Auf den ersten Blick verlief die dringend notwendige OP überaus erfolgreich. Doch nachdem der Mann aus der Vollnarkose aufwachte, hatte er plötzlich mit einem ganz anderen Problem zu kämpfen.

Die Angelegenheit war dem Patienten scheinbar jedoch etwas peinlich, deshalb erzählte der Holländer der Krankenschwester, dass alles in Ordnung sei. Erst am nächsten Tag vertraute er sich einem Urologen an. Seit dem Erwachen hatte der Mann eine Erektion, die auch über Nacht nicht verschwand, schreibt ntv.de

Auch der Mediziner fand das dauerhaft versteifte Glied nicht normal, vermutete einen Priapismus und ergriff umgehend Maßnahmen. Zunächst wurde dem Operierten der Blasenkatheter gezogen, auch die Schmerztheraphie über das Rückenmark wurde beendet. Doch der Ständer verschwand einfach nicht.

Deshalb musste chirurgische Nachhilfe her. Zwei Nadeln wurden in den Penis eingeführt, um das Blut abfließen zu lassen und das Gewebe wegzuspülen. Doch nach einiger Zeit kam der Dauerständer wieder. Für die Ärzte ein klares Indiz, das die Schwellkörper durch die lange Erektion Schaden davon getragen hatten. So stellten die Halbgötter in Weiß eine erektile Dysfunktion bei dem 58-Jährigen fest. Diese wurde ein halbes Jahr mit Medikamenten behandelt. Auf diese Weise kam der Patient glücklicherweise um eine Penis-Prothese herum.

Doch was war die Ursache für die "Dauer-Steife"? Die Krankenhausärzte vermuten, dass diese entweder durch die Vollnarkose oder durch eine Rückenmarksanästhesie ausgelöst wurde. Verantwortlich könnte das Narkosemittel Propofol sein. Einen wissenschaftlichen Beleg dafür gibt es jedoch noch nicht.

Dennoch möchte die Klinik auf diese Form der Komplikation aufmerksam machen. Der komplette Fallbericht kann als BMJ Case Report nachgelesen werden.


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