Nach dem Walter-Beben: Das sind mögliche neue Trainer für den VfB Stuttgart

Stuttgart - Einen Tag vor Heiligabend hat der Fußball-Zweitligist VfB Stuttgart Nägel mit Köpfen gemacht und Cheftrainer Tim Walter entlassen (TAG24 berichtete). Obwohl die Wirkung dieser Entscheidung noch lange nachhallt, wurde im Netz bereits seit einigen Tagen über mögliche Nachfolger spekuliert.

Thomas Hitzlsperger, Vorstandsvorsitzender des VfB Stuttgart, möchte Kontinuität und Ruhe in den Verein bringen - vor allem im sportlichen Bereich.
Thomas Hitzlsperger, Vorstandsvorsitzender des VfB Stuttgart, möchte Kontinuität und Ruhe in den Verein bringen - vor allem im sportlichen Bereich.  © Christian Charisius/dpa

Ein Punkt sei jedoch vorweggenommen: Wer auch immer als neuer Trainer bei den Schwaben installiert wird, sollte lieber funktionieren.

Sonst würde nämlich die Glaubwürdigkeit der beiden Sportbosse beim VfB - Vorstandschef Thomas Hitzlsperger und Sportdirektor Sven Mislintat - stark darunter leiden. Denn das lieb getaufte Duo "Hitzlintat" propagierte seither, dass man "Kontinuität und Ruhe" in den Verein bringen wolle, vor allem im sportlichen Bereich.

Darin hatten die Stuttgarter in der Vergangenheit nämlich definitiv die Note "ungenügend" im Zeugnis stehen. In den letzten zehn Jahren durften sich 14 (!!) Trainer beim VfB beweisen - wobei fairerweise gesagt werden muss, dass Olaf Janßen 2016 und Nico Willig 2019 nur interimsweise an Bord geholt wurden.

Bruno Labbadia war von Dezember 2010 bis August 2013 der einzige aus der ganzen Riege, der länger als zwei Jahre "überlebt" hatte.

Markus Anfang, Bruno Labbadia und Sandro Schwarz heiß gehandelt

Bruno Labbadia war bereits von 2010 bis 2013 Cheftrainer beim VfB Stuttgart.
Bruno Labbadia war bereits von 2010 bis 2013 Cheftrainer beim VfB Stuttgart.  © Swen Pförtner/dpa

Apropos Labbadia! Sein Name fiel wenig überraschend in den Netz-Spekulationen als potenzieller Nachfolger von Tim Walter.

Der 53-jährige Darmstädter war zuletzt von 2018 bis 2019 beim VfL Wolfsburg tätig, hielt die "Wölfe" 2018 in der Relegation erfolgreich in der 1. Liga und brachte sie zum Ende der Saison 2018/19 nach einem 6. Platz in die Europa League. Da er seinen Vertrag in der Autostadt jedoch nicht verlängerte, wäre er wohl verfügbar. Über Trainer-Erfahrung bräuchte man in seinem Fall nicht zu diskutieren.

Ein weiterer Name, der in VfB-Kreisen auf Twitter immer wieder fiel, ist Markus Anfang. Der 45-jährige Kölner wurde zur Saison 2018/19 beim 1. FC Köln installiert, der zu dieser Zeit in der 2. Bundesliga spielte. Unter Anfang spielte der "Effzeh" stark auf, geriet in der Rückrunde jedoch in eine kleine Negativspirale. Markus Anfang wurde dann Ende April kurioserweise beurlaubt, als die Kölner sogar noch die Tabelle anführten (TAG24 berichtete).

Ebenfalls in eine "engere Auswahl" unter den VfB-Fans hat es Sandro Schwarz geschafft. Der 41-jährige Mainzer war zuletzt von 2017 bis November 2019 Cheftrainer beim 1. FSV Mainz 05. Dort wurde er nach einem schwachen Saisonstart mit neun Punkten aus den ersten elf Spielen gefeuert (TAG24 berichtete).

Viele VfB-Fans wünschen sich Nico Willig

Nico Willig (links im Bild) trainiert die U19 des VfB Stuttgart und sprang in der vergangenen Saison als Interimstrainer bei den Profis ein.
Nico Willig (links im Bild) trainiert die U19 des VfB Stuttgart und sprang in der vergangenen Saison als Interimstrainer bei den Profis ein.  © Sebastian Gollnow/dpa

Geht es nach den Wünschen vieler Stuttgart-Fans, sollten die VfB-Verantwortlichen aber auch noch einmal ernsthaft über Nico Willig nachdenken.

Der U19-Trainer, der in der vergangenen Saison nach der Entlassung von Markus Weinzierl als Interimstrainer übernahm und den Abstieg nur knapp nicht verhindern konnte, genießt bei den Anhängern ein großes Ansehen. Es gilt jedoch als eher unwahrscheinlich, dass er den Posten übernimmt - zumindest vorerst.

Weitere Trainer, die potenziell gerade verfügbar wären, da sie bei keinem Verein tätig sind: André Breitenreiter (zuletzt: Hannover 96), Ante Covic (Hertha BSC), Thomas Doll (APOEL Nikosia), Roger Schmidt (Beijing Guoan) und Mirko Slomka (Hannover 96).

Wer letztlich das Rennen macht, ist derzeit noch völlig offen. Thomas Hitzlsperger wurde in der Vereinsmitteilung gestern wie folgt zitiert: "Bezüglich eines Nachfolgers haben wir noch keine Entscheidung getroffen."

Die VfB-Anhängerschaft wird es "Hitz" und Mislintat nachsehen, wenn sie sich dafür jede Zeit nehmen, die sie benötigen - denn dafür steht schlichtweg zu viel auf dem Spiel.

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