HSV-Torschütze Timo Letschert: Vom Skandal-Profi zum rosa-roten Helden

Kiel/Hamburg - Er war viel umjubelte Held! Timo Letschert sorgte mit seinem Last-Minute-Treffer zum 1:1-Ausgleich des Hamburger SV bei Holstein Kiel für einen hart erkämpften Punkt.

Timo Letschert jubelt nach seinem ersten Tor für den HSV.
Timo Letschert jubelt nach seinem ersten Tor für den HSV.  © imago images/Eibner

Die Erleichterung stand dabei nicht nur ihm ins Gesicht geschrieben. Der Plan von HSV-Trainer Hecking und seinem Team ging voll auf.

Letschert wurde in der 74. Minute überraschend für Kapitän Rick van Drongelen eingewechselt. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Hamburger noch mit 0:1 hinten.

"Mit meiner Einwechslung haben wir taktisch nochmal auf eine Dreierkette umgestellt. Unser Co-Trainer Dirk Bremser hat mir vor der Einwechslung noch gesagt, dass ich ins Eins-gegen-Eins gehen und nach Möglichkeit ein Tor schießen soll", erklärte der 26-Jährige nach der Partie. Für den Niederländer war es im fünften Spiel sein erster Treffer für seinen neuen Verein.

"Das ist so geil, dass es so passiert ist. Ich gönne es ihm", gestand auch Teamkollege und Landsmann van Drongelen.

Als alles schon auf eine erneute Niederlage gegen Angstgegner Holstein Kiel hindeutete, schlug die Stunde des Jokers. "Der Ball flog im hohen Bogen zu mir. Niemand hat etwas gemacht, so dass ich einfach versucht habe, den Ball irgendwie zu berühren. Manchmal braucht man auch etwas Glück.", beschrieb Letschert die Situation, die zum Ausgleich führte.

Sein Premieren-Treffer kommt dem Niederländer allerdings teuer zu stehen. "Ich glaube, ich muss jetzt in die Mannschaftskasse zahlen. Ich weiß nicht wie viel, aber ich mache das gerne", erklärte Letschert, der mit seinem Auftritt Werbung in eigener Sache macht.

Ausraster in der Halbzeit bringt ihn in Verruf

Der Joker zog aus dem Getümmel einfach mal ab und erzielte den späten Ausgleich für den HSV.
Der Joker zog aus dem Getümmel einfach mal ab und erzielte den späten Ausgleich für den HSV.  © imago images/Eibner

Seit seinem Kurz-Comeback vor einigen Wochen beim 2:2-Remis bei Jahn Regensburg kommt der Innenverteidiger regelmäßig zum Einsatz. Gegen Greuther Fürth und Arminia Bielefeld sogar über 90 Minuten.

Das Tor war Balsam auf seine Seele. Denn hinter dem 26-Jährigen lag eine Zeit zum Vergessen. Mit großen Hoffnungen wurde die niederländische Abwehrkante vom italienischen Erstligisten US Sassuolo geholt. Doch Anfang August zog sich der 26-Jährige einen Teilabriss des Außenbandes im Knie, eine wochenlange Pause folgte.

Zudem konnte er seinen Ruf als Skandal-Profi, den er sich in der Leihstation beim FC Utrecht zuzog, nicht widerlegen. In der vergangenen Saison soll er bei einem Ligaspiel gegen ADO Den Haag (0:5) in der Halbzeit ausgerastet sein. Dabei soll er Mitspieler und Trainer Dick Advocaat beleidigt haben.

"Wir haben sehr schlecht gespielt und lagen mit 0:3 hinten, deswegen bin ich extrem sauer in die Kabine marschiert und dann etwas zu weit gegangen. Manchmal ist es besser nichts zu sagen und dann am nächsten Tag über die Probleme zu sprechen, aber ich spiele Fußball immer mit Leidenschaft", erklärte Letschert bei HSV-Live.

Einen Tag später habe er gewusst, dass er zu weit gegangen sei und einen Fehler begangen habe. Der Verein suspendierte Letschert aber für kurze Zeit, nach einer öffentliche Entschuldigung holte er ihn zurück ins Team. "Ich habe mich entschuldigt und aus dieser Situation gelernt."

Beim Hamburger SV fiel Timo Letschert bisher mit gesunder Energie auf, und nun auch mit einem Treffer.

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