Coole Idee, Tattoos können verraten, ob du krank bist!

Biosensoren können Gewebeflüssigkeit und somit Auffälligkeiten anzeigen.
Biosensoren können Gewebeflüssigkeit und somit Auffälligkeiten anzeigen.  © dpa (Symbolbild)

Massachusetts/USA - Wer chronisch krank ist, muss oft seine Werte checken. Wie praktisch wäre es da, wenn man nicht dauernd seine Überwachungs-Apparate bei sich tragen müsste, sondern sie immer bei sich hätte...

Das dachten sich wohl auch Wissenschaftler vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) und und der Harvard Medical School.

Diabetes zum Beispiel verlangt eine exakte Zuckerwert-Bestimmung fast rund um die Uhr. Das ist nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich, wenn man seine "Messwerkzeuge" verlegt hat oder diese zur Neige gehen.

Besagte Wissenschaftler nun haben eine Tattoo-Tinte entwickelt, die dank Biosensoren deine "Befindlichkeiten" also Blutwerte messen können.

Prinzip: Ändert sich die Farbe, haben sich auch die Blutwerte geändert. Und man sollte aufpassen.

Die Wissenschaftler testen derzeit an Schweinehaut.
Die Wissenschaftler testen derzeit an Schweinehaut.  © dpa (Symbolbild)

Wie DEZEEN schreibt, befinden sich in der Tinte "Dermal Abyss Ink" Biosensoren, die in der Lage sind, den ph-Spiegel und auch die Zucker- und Natriumwerte im Blut zu messen.

Die Tinte reicht nicht "bis zum Blutkreislauf". Es betrifft lediglich die Gewebeflüssigkeit, die die Zellen im Körpergewebe umgibt.

Wie bunt werde ich denn? Die Wissenschaftler sind sicher: "Der pH-Sensor wechselt zwischen Lila und Rosa, der Glukose-Sensor zwischen Blau und Braun. Der Natrium- und ein zweiter pH-Sensor fluoreszieren bei höherer Intensität unter UV-Licht." Die Haut ist demnach ein "Blutwerte-Display".

Derzeit läuft die Tinten-Testphase. Das geht unter die Haut - genauer: die Schweinehaut. Diese sei der menschlichen Haut ähnlich. Tätowierer nutzen diese Haut zum Üben. Erste Versuche waren erfolgreich, sagen die Forscher. Bald also könnte diese Tinte bei Diagnosen helfen. Patienten müssen aber bereit sein, sich ein Tattoo stechen zu lassen... Oder?

Die Forscher gehen weiter: Sie arbeiten auch an anderen Möglichkeiten. Pflaster zum Beispiel bieten sich da an! Oder T-Shirts, die auch EKG-Ströme messen... Oder BHs, die Brustkrebs erkennen (TAG24 berichtete).

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden rund 422 Millionen Menschen an Diabetes. Sie alle müssen unter Umständen mehrmals am Tag ihren Blutzuckerspiegel messen. Dafür müssen sie sich selbst mit einer Nadel piksen. Der kleine Bluttropfen wird fürs Messen gebraucht.

Jetzt aber könnte der Patient diese Prozedur weglassen, denn das Tattoo könnte beim Farbwechsel anzeigen, wenn etwas nicht stimmt...

Titelfoto: dpa (Symbolbild)


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