Nach Mord an Baby Leo: Mutter muss mehrere Jahre ins Gefängnis

Düsseldorf - 2015 wurde in Mönchengladbach das 19 Tage alte Baby Leo vom seinem Vater ermordet. Stundenlang hatte er es gequält, bis es starb. Die Mutter hatte nichts dagegen unternommen.

Kerzen und Plüschtiere vor der Wohnung des ermordeten Babys in Mönchengladbach.
Kerzen und Plüschtiere vor der Wohnung des ermordeten Babys in Mönchengladbach.  © DPA

Deshalb wurde die 29-Jährige, wie die DPA berichtete, am Montag vom Landgericht Düsseldorf wegen Beihilfe zur Körperverletzung mit Todesfolge sowie Beihilfe zur schweren Misshandlung von Schutzbefohlenen zu 3 Jahren Haft verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Mutter den Tod des Kindes mit "geringstmöglichem Aufwand" hätte verhindern können.

"Sie hätte einfach aufstehen können oder nur ihrem Mann zeigen müssen, dass sie wach ist", so der vorsitzende Richter.

Dennoch wäre sie nicht eingeschritten, als ihr Kind im Oktober 2015 von ihrem damaligen Mann nachts stundenlang zu Tode gequält worden war.

Sie hätte gewusst, dass das Kind in der Nähe des eifersüchtigen Mannes in Gefahr gewesen sei. Dies hätten ältere Verbrühungen und blaue Flecken am Körper des Kindes gezeigt.

Die Verteidigung hatte auf eine Bewährungsstrafe gehofft. Die junge Mutter hätte sich einfach nicht vorstellen können, dass ihr Mann soweit gehen und dem Kind so etwas antun würde.

Mutter bei der Urteilsverkündung unter Tränen

Die Angeklagte vor Gericht. Hier bei einem der beiden früheren Verfahren.
Die Angeklagte vor Gericht. Hier bei einem der beiden früheren Verfahren.  © DPA

"Ich bin schon gestraft. Ich habe schon lebenslang, weil ich mein Leben ohne Leo verbringen muss", hatte die Angeklagte vor der Urteilsverkündung gesagt.

Dabei hätte sie versucht, dem Gericht in Buch mit dem Titel "Unschuldig in Haft - wenn Justiz Fehler macht" zu überreichen.

Immer wieder hatte die Mutter beteuert, vom Geschehen im Nebenzimmer nichts mitbekommen zu haben. Ihr Verteidiger räumte am Montag aber ein, dass sie doch etwas gehört habe. Das Gericht hielt es für ausgeschlossen, dass sie von der stundenlangen Tortur nichts mitbekommen habe.

Das Urteil beendete den dritten Anlauf ein Urteil für die Mutter zu finden, das der Prüfung durch den Bundesgerichtshof standhalten könne. Der BGH hatte zuvor bereits zwei Urteile gegen die Mutter aufgehoben und den Fall ans Landgericht verwiesen.

Der Vater des Kindes ist bereits rechtskräftig wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Ob der Verteidiger erneut vor den Bundesgerichtshof zieht, ließ er am Montag offen.

Titelfoto: DPA

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