Todesunfall durch Bremsversagen

Kurt Hock (l.) liegt noch immer im Koma, Enrico Becker starb auf dem Sachsenring.
Kurt Hock (l.) liegt noch immer im Koma, Enrico Becker starb auf dem Sachsenring.

Von Andrzej Rydzik

Hohenstein-Ernstthal - Nach dem tödlichen Seitenwagen-Unfall auf dem Sachsenring während der Motorrad- Weltmeisterschaft steht die Ursache fest.

Die Bremsen haben während des Qualifyings am 12. Juli versagt. Fahrer Kurt Hock (53) ist schuldlos am Tod seines Beifahrers Enrico Becker († 31).

„Nach der vorläufigen Aussage des Gutachters hat ein technischer Defekt an der Bremsanlage des Motorrades zum Unfall geführt. Grund und wem womöglich der Defekt zuzurechnen ist, prüfen wir“, erklärt die Zwickauer Staatsanwältin Antje Dietsch (40).

Teamchef Rolf Erdmann (71), mit dessen LCR-Suzuki (190 PS) das Duo Hock/Becker in der Sachsenkurve verunglückt ist, hat den Seitenwagen selbst auch nochmal untersucht.

Er sagt: „Eine Verbindungsschraube zwischen Bremspedal und der kompletten Bremsanlage ist gebrochen. Die Schraube hat sich auf dem schnellsten Abschnitt der Strecke verabschiedet. Kurt hat bei 200 km/h ins Leere getreten, war völlig machtlos.“

Am Sonntag will Erdmann seinen Fahrer und Freund (erlitt u.a. einen Schädelbruch) im Klinikum Chemnitz wieder besuchen.

„Er liegt weiter im Koma. Aber Kurt schafft das, er muss einfach“, so Erdmann. Hocks Frau Brigitte ist indes überwältig von der Anteilnahme der Fans.

Auf der Facebook- Seite des Teams schrieb sie: „Auch wenn Kurt weiterhin tief und fest schläft, kehrt er jeden Tag ein kleines Stück mehr ins Leben zurück.“

Fotos: PEGGY REICHL, SPEEDWEEK.COM, RALPH KÖHLER/PROPICTURE, WEISSE/PROPICTURE