Hier das ganze Video, wie sie den Elberadweg wegbaggern

Ab Minute 09:19 geht es richtig los

Dresden - Wochenlang hat sie gedroht! Am Donnerstag machte Investorin und Architektin Regine Töberich (50) Ernst: Seit 17.30 Uhr lässt sie den Elberadweg wegbaggern.

Denn der gehört zu dem ursprünglich von ihr erworbenen Grundstück, auf dem sie das Projekt "Marina Garden" realisieren wollte.

Nach wochenlangem Streit hatte der Stadtrat am 16. April ihre Pläne für den Komplex mit Luxuswohnungen in mehrgeschossigen Häusern am Puschkinplatz abblitzen lassen.

Stattdessen wurde die Erstellung eines Bebauungsplanes unter der Prämisse des Hochwasserschutzes auf dem geplanten Hafen-City-Gebiet durchgedrückt.

Das bedeutete, dass die Stadt Töberich und anderen Investoren vorschreiben will, was sie wie und wann bauen dürfen. Mit diesem Beschluss hatte sich der Baustart in eine ungewisse Zukunft verschoben.

Einen Tag zuvor, am 15. April, hatte Reinhard Koettnitz (60), Chef des Straßen- und Tiefbauamtes noch angekündigt: Wenn dort ein Bagger anrollt, werden wir ihm den Zündschlüssel wegnehmen."

Zu spät, denn während am Donnerstagabend der Stadtrat tagte, ließ Töberich die ersten von 59 Metern Elberadweg wegbaggern.

17:15 Uhr: Zwei Bagger fahren auf und bringen ihre Schaufeln in Stellung.

17:25 Uhr: Investorin und Architektin Regine Töberich (50) hat dem Baggerfahrer Anweisungen gegeben und der legt los. Ein Kollege hilft später mit einem zweiten Bagger mit.

17:43 Uhr: Die Stadträte erfahren während ihrer Sitzung bei MOPO24 von der Aktion. Viele sind extrem überrascht und verunsichert.

17:45 Uhr: Während der zweite Bagger angerückt ist und schon richtig viel Elberadweg weggebaggert wurde, wird im Stadtradt Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel von Baubürgermeister Jörn Marx über die Aktion von Regine Töberich informiert.

17:50 Uhr: Ber erste Bagger hat den Weg zerstört. Große Schollen sind herausgebrochen. Es gibt nun kein Zurück mehr.

17:51 Uhr: Johannes Lichdi (Grüne) mit einem ersten Statement.

17:53 Uhr: FDP-Chef Holger Zastrow mit einem ersten Statement.

17:55 Uhr: Immer mehr Menschen bleiben nun stehen und versuchen, die beiden Bagger an ihrer Aktion auf dem Elberadweg zu hindern.

18:00 Uhr: Baubürgermeister Jörn Marx hat den Stadtrat verlassen und ist samt Polizei auf dem Weg Richtung Elberadweg.

18:05 Uhr: Regine Töberich (50) spricht jetzt und erklärt, warum sie begonnen hat, den Elberadweg wegzubaggern. Immer mehr Passanten bleiben stehen und äußern der Investorin gegenüber ihren Unmut.

18:09 Uhr: Einer der ersten Gegner dieser Bagger-Aktion, Harald H. (42), wird hier durch einen von Töberichs "Sicherheits-Leuten", wie sie es im Interview mit Jörn Marx ausdrückte, des Platzes verwiesen.

18:10 Uhr: Volkmar Zschocke, Chef der Grünen im Sächsischen Landtag (im Bild unten rechts neben Töberich zu sehen), ist soeben am Elberadweg eingetroffen. Unterdessen haben sich die Grünen schon offiziell geäußert: "Auch für Regine Töberich gilt die deutsche Rechtsordnung und nicht das Faustrecht. Frau Töberich hat die Untersagungsverfügung der Stadt nicht angefochten. Sie handelt also bewusst rechtswidrig. Ich fordere die Stadtverwaltung auf, der Dame klarzumachen, dass die Landeshauptstadt Dresden kein rechtsfreier Raum ist, und die Zerstörung des Elberadwegs sofort zu unterbinden. Die Stadtverwaltung hat Frau Töberich ein Werkstattverfahren angeboten, auf diesen Weg einer zivilisierten Auseinandersetzung sollte Frau Töberich zurückkehren", heißt es in der Mitteilung.

18:13 Uhr: Regine Töberich äußert sich zu "Rot-Rot-Grün": "Die letzte Brücke ist zerschlagen. Hier herrscht nur Neid und Spaltung in dieser Stadt. Alles richtet sich nur gegen meine Person." ... "Rot-Rot-Grün bricht das Recht."

18:14 Uhr: Ein Polizeisprecher zu MOPO24: "Eine Baustelle ist auf jeden Fall abzusichern. Der gemeindliche Vollzugsdienst ist bereits unterwegs und auch wir werden dorthin fahren. Es gab sehr viele Anrufe."

18:20 Uhr: Baubürgermeister Jörn Marx ist eingetroffen und fordert Regine Töberich auf, die Maßnahmen zu beenden. Soeben kündigt er an, dass die Polizei eintreffen wird. "Das alles, was hier abläuft ist nicht in Ordnung", sagt Marx. Töberich entgegnet, dass das Grundstück ihr gehöre und sie auf ihrem Grundstück tun können, was sie wolle. Sie sagt: "Der Elberadweg gehört mir!" ... "Und Sie haben Hausverbot!"

18:25 Uhr: Baubürgermeister Jörn Marx muss jetzt wieder zurück in den Stadtrat, kündigt aber an, dass das Stück des Elberadweges wieder in nutzbaren Zustand versetzt werden wird. Unterdessen diskutieren immer mehr aufgebrachte Bürger mit Marx und Töberich.

18:30 Uhr: Im Stadtrat wird heftig diskutiert, wer dafür zuständig ist, um die Maßnahmen von Regine Töberich zu stoppen. (Im Bild: links: Ralf Lübs (Amtsleiter vom Ordnungsamt), daneben Detlef Sittel mit Rathaus-Mitarbeitern.)

18:31 Uhr: Die Polizeibehörde ist nun am Elberadweg eingetroffen.

19:11 Uhr: Der Stadtrat hat sich wieder beruhigt und tagt nun weiter. Allerdings gibt es in der Diskussion nur ein Thema: den Abriss. Tilo Wirtz (Linke) spricht von einem "Akt des poltischen Terrorismus, Dresden wird sich nicht einschüchtern lassen."

18:46 Uhr: Die Aktion an der Elbe spricht sich wie ein Lauffeuer in Dresden herum und zieht Bürger an.

19:30 Uhr: Regine Töberich (50) wurde im Laufe der Aktion von einem Passanten angegriffen. Er verpasste ihr eine Ohrfeige, die anderen Passanten klatschten sogar Beifall. Der Angreifer wurde von der Polizei abgeführt. Regine Töberich kündigte an, zum Arzt zu gehen und gegen ihn Anzeige zu erstatten.

19:45 Uhr: Im Stadtrat wurde soeben über die Veränderungssperre abgestimmt. 35 Stimmen dafür und 32 Stimmen dagegen, eine Enthaltung. Frau Töberich darf somit nicht bauen.

19:48 Uhr: Alles sehr bizarr. Der Radweg ist zerstört. Dutzende Menschen sind gekommen und können es nicht fassen.

20:00 Uhr: Es kursiert das Gerücht, Architektin Regine Töberich (50) habe in den ersten Minuten des Abrisses selbst in einem der Bagger gesessen. Das stimmt allerdings nicht. Wir waren von der ersten bis zur letzten Minute dabei.

20:15 Uhr: Verkehrsminister Martin Dulig (41, SPD) hat sich zu Wort gemeldet: "Das ist ein rein kommunales Problem. Wir hoffen auf eine schnelle Lösung. Allerdings sind wir besorgt um die touristische Attraktivität von Dresden, da der Elberadweg weit über die Stadt hinaus bekannt ist und gerade an den Wochenenden und in den Ferien von vielen Touristen gern genutzt wird." "Das ist kein guter Abend für Dresden. Stadtverwaltung und Investorin haben durch ihre sture Haltung den Dresdnern und den Touristen einen Bärendienst erwiesen."


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