Wegen Pferde-Seuche drohen Sperrungen!

Ein tödlicher Virus wurde bei mehreren Pferden in Neukirchen festgestellt.
Ein tödlicher Virus wurde bei mehreren Pferden in Neukirchen festgestellt.

Stollberg/Neukirchen - Seuchen-Alarm im Erzgebirge! Drei Pferde sind in Neukirchen an einem hochansteckenden und tödlichen Virus erkrankt. Wie sich der betroffene Pferdehof die Seuche eingeschleppt hat, ist völlig unklar. Es wurde ein Sperrbezirk wegen Viruserkrankung eingerichtet - knapp 60 weitere Tiere vorerst negativ getestet!

Pferdebesitzer in Stollberg und Umgebung sind dieser Tage in großer Sorge um ihre Lieblinge.

57 Pferde wurden negativ getestet. Das allerdings ist noch nicht mit einer Entwarnung gleichzusetzen. Übertragen wird die Krankheit vorwiegend durch stechende Insekten, beispielsweise Bremsen.

Aber auch eine direkte Infektion beim Kontakt mit anderen Einhufern ist möglich.

In drei Monaten werden alle Tiere erneut überprüft - so lange bleibt Sperrzone bestehen.

Im Raum Chemnitz gab es zuletzt vor neun Jahren eine solche Erkrankung.

Weil sich der Ansteckungszeitraum über so lange Zeit hinziehen kann und noch unklar ist, wie viele weitere Tiere tatsächlich betroffen sein könnten, geht die Angst bei Pferdehaltern weiterhin um.

Ein Sperrbezirk soll die Ausbreitung der Krankheit so weit wie möglich ausschließen.

Pferde, Esel und deren Kreuzungen dürfen die Zone weder betreten noch verlassen. Pferdehaltern von außerhalb wurde empfohlen, den Bereich nicht zu betreten. Warnschilder an Straßen und Zufahrtswegen weisen auf die Krankheit hin.

Der Personenverkehr im Seuchengebiet ist nach Weisung der Kreisverwaltung einzuschränken.

Teile des betroffenen Hofes in Neukirchen wurden mit Tafeln der Aufschrift „Betreten verboten“ versehen. Vor erst können alle Pferdehalter der Region also ein wenig aufatmen. In drei Monaten allerdings werden alle Tiere erneut untersucht.

Erst wenn es dann keinen positiven Befund gibt, werden auch die Einschränkungen aufgehoben.

Was ist die Pferde-Seuche?

Die ansteckende Blutarmut ist nicht heilbar. Die erkrankten Pferde müssen sofort getötet werden.
Die ansteckende Blutarmut ist nicht heilbar. Die erkrankten Pferde müssen sofort getötet werden.

Infektiöse Anämie der Einhufer (EIA) - so heißt die tödliche Krankheit, die ausschließlich Pferde, Esel und artverwandte Tiere befällt.

„Diese Blutarmut-Erkrankung ist relativ selten und hier im Erzgebirgskreis bisher noch nie aufgetreten. Zuletzt trat in unserer Gegend 2006 in Chemnitz die Seuche auf. Die Ursache für die Einschleppung ist noch nicht bekannt“, sagt der zuständige Amtstierarzt Dr. Mario Stein.

Bei den drei Pferden des Neukirchner Pferdehofes wurde der Virus durch das Veterinäramt des Landkreises bestätigt. Bei ihnen hatte der Besitzer Fieber, Apathie sowie Blutungen festgestellt. Die Tiere mussten sofort getötet werden.

Bei den übrigen sieben Pferden des Bestandes sind die Untersuchungsergebnisse indes negativ.

Das Landratsamt hat den Stall dennoch gesperrt. Im Umkreis von einem Kilometer wurde zudem ein Sperrbezirk eingerichtet.

Dr. Mario Stein: „Uns sind im Sperrbezirk zwei weitere Pferdebestände mit insgesamt 67 Pferden bekannt. 43 Blutproben sind zum Glück bereits ebenfalls negativ ausgefallen.

Die Ergebnisse von 14 Proben eines weiteren Pferdehalters im Gebiet stehen noch aus und werden in den nächsten Tagen erwartet."

Für den Menschen ist der Virus völlig ungefährlich.

Symbolbilder: Dpa


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