Tödlicher Brand im Zoo Krefeld: Laternen-Firma provoziert fies per Twitter

Krefeld - Nach dem verheerenden Brand im Affenhaus des Zoo Krefeld mit 30 toten Tieren, darunter ein Schimpanse, Gorillas und Orang-Utans, sorgt eine Himmelslaternen-Firma aus England für Aufsehen.

Zwei Tage nach dem Brand im Affenhaus des Krefelder Zoos steht ein Stofftieräffchen neben Trauerkerzen
Zwei Tage nach dem Brand im Affenhaus des Krefelder Zoos steht ein Stofftieräffchen neben Trauerkerzen  © Roland Weihrauch/dpa

Per Tweet reagierte die Firma auf das tödliche Feuer-Inferno im Zoo Krefeld.

Man sei sehr traurig über den Verlust von 30 Tieren im Zoo Krefeld, schrieben Social-Media-Verantwortlichen der Firma "Night Sky Laterns".

Der perfide Vorschlag: "Lasst uns 30 Himmelslaternen anzünden, um an diese Tragödie zu erinnern."

Zur Einordnung: Der Brand im Affenhaus wurde durch mehrere Himmelslaternen verursacht, angezündet von drei Krefelderinnen, die Silvester mit stillem Feuerwerk begehen wollten.

Der Tweet ging noch weiter: Durch die angezündeten Laternen solle jeder für die angeblich qualitativ hochwertigen Laternen der Firma sensibilisiert werden.

Die Firma ging sogar noch weiter, postete einen weiteren Tweet. Darin bezeichnete sie die Laternen als Brandursache als "Fake". Nur die falsche Verwendung der Himmelslaternen durch die Nutzer sei letztlich Ursache für den verheerenden Brand.

Polizei ermittelte Laternen als Ursache

Screenshot des Tweets.
Screenshot des Tweets.  © Screenshot/twitter

Die Polizei Krefeld kam kurz nach dem Brand zum klaren Ermittlungsergebnis: "Himmelslaterne löste Feuer im Zoo Krefeld aus. 3 Frauen hatten zuvor 5 von diesen aufsteigen lassen und sich gestern bei uns gemeldet. Gegen die Krefelderinnen wird nun wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt."

Während die strafrechtlichen Ermittlungen gegen die drei Frauen aus Krefeld laufen, hat der Zoo inzwischen wieder geöffnet.

Per Facebook hatten sich die Mitarbeiter zuletzt bedankt: "Wir sind tief berührt: Vor dem Zoo haben inzwischen hunderte Besucher Kerzen, Plüschtiere, Nachrichten und Blumen hinterlassen."

Und weiter: "Auch erreicht uns weiterhin auf allen Kanälen eine Vielzahl warmherziger und hilfsbereiter Rückmeldungen, die uns viel Kraft geben. Ebenso Kritik und viele Fragen. Auf alle Nachrichten werden wir schnellstmöglich antworten."

Rechtlichte Lage für Fluglaternen in NRW

Rechtlich gesehen ist die Lage in Nordrhein-Westfalen eindeutig. So regelt die Fluglaternenverordnung vom 13. Juli 2009:

"Es ist in Nordrhein-Westfalen verboten, unbemannte Flugobjekte aufsteigen zu lassen, bei denen der Auftrieb durch die von einer eigenen Feuerquelle erwärmte Luft erzeugt wird und die insbesondere unter den Bezeichnungen "Himmelslaterne" oder "Kong-Ming-Laterne" bekannt sind (Fluglaternen).

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