Motorradfahrer stirbt bei Unfall: Autofahrer muss zahlen

Berlin - Weil er den tödlichen Unfall eines 51 Jahre alten Motorradfahrers in Berlin-Neukölln verursacht hat, ist ein Autofahrer zu 22.000 Euro Strafe verurteilt worden.

Ein Motorradfahrer ist bei dem Unfall ums Leben gekommen. (Symbolbild)
Ein Motorradfahrer ist bei dem Unfall ums Leben gekommen. (Symbolbild)  © 123RF

Der 50-Jährige sei an einer Baustelle trotz Verbots links abgebogen und habe eine Kollision mit dem entgegenkommenden Biker verschuldet, begründete das Amtsgericht Tiergarten am Dienstag seine Entscheidung. Der 51-Jährige wurde bei dem Unfall im April 2017 so schwer verletzt, dass er wenig später starb.

Seine damals 14-jährige Tochter als Mitfahrerin kam in eine Klinik. Das Gericht sprach den Angeklagten der fahrlässigen Tötung sowie der fahrlässigen Körperverletzung schuldig.

Der Angeklagte aus Thüringen war mit seiner Frau zu einem Urlaub in Berlin. Das Navigationsgerät habe angezeigt, dass er links abbiegen sollte, sagte der 50-jährige Arzt.

Er habe das Verkehrsschild, das dies untersagte, übersehen. Als das Motorrad auf ihn zu geschlittert kam, habe sein Auto gestanden. Er bedauere den Unfall zutiefst.

Wegen des verbotenen Manövers habe der Biker auf der Gegenfahrbahn eine Gefahrenbremsung einleiten müssen, sagte ein Unfall-Gutachter. Das habe zum Sturz geführt. 56 Meter weit sei das Motorrad gerutscht. Der Fahrer sei allerdings mit einer überhöhten Geschwindigkeit von 70 bis 95 Stundenkilometern unterwegs gewesen: "Bei 50 km/h hätte er problemlos anhalten können."

Das Gericht verhängte eine Strafe von 110 Tagessätzen zu je 200 Euro. Zugunsten des Angeklagten sei das Tempo des Bikers berücksichtigt worden, hieß es in dem Urteil. Die Staatsanwältin hatte 80 Tagessätze gefordert. Die Verteidigerin stellte keinen konkreten Antrag.

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