Todesschuss auf Dreifach-Mutter an Silvester kam aus kurzer Distanz

Schönberg - Die Ermittler haben im Fall des tragischen Todes einer 39-jährigen dreifachen Mutter in der Silvester-Nacht in Schönberg bei Kiel neue Erkenntnisse.

Polizisten untersuchen Anfang Januar die Stelle, an der die Frau in der Silvesternacht starb.
Polizisten untersuchen Anfang Januar die Stelle, an der die Frau in der Silvesternacht starb.  © dpa/Carsten Rehder

Demnach soll laut Untersuchung des Landeskriminalamts Kiel der Schuss aus der näheren Umgebung des Opfers abgefeuert worden sein.

Das teilten die Staatsanwaltschaft und die Polizei am Freitag mit.

Die Ermittler gehen weiterhin davon aus, dass es sich nicht um einen gezielten Schuss handelte, sondern um ein tragisches Unglück (TAG24 berichtete).

Die dreifache Mutter war in der Silvesternacht beim Betrachten des Feuerwerks vor ihrer Tür plötzlich zusammengebrochen und wenig später in einem Krankenhaus gestorben (TAG24 berichtete).

In ihrem Kopf wurden Metallsplitter gefunden.

Mithilfe von Lasertechnik wurde in den vergangenen Tagen der Tatort erneut untersucht.

Zuvor kam bereits ein 3-D-Scan zum Einsatz. Damit können sich die Ermittler in einer virtuellen Tatortdarstellung bewegen und Messungen durchführen.

Außerdem führten Waffensachverständige des LKA Kiel und Kriminaltechniker Ende Januar gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt Wiesbaden ballistische Untersuchungen zur Schussabgabe durch.

Demnach sei ein Schuss aus größerer Entfernung auszuschließen. Einen Schuss über die Häuserdächer schließen die Sachverständigen aus. Gebäude, abgestellte Autos sowie Bäume und Sträucher schränken das Schussfeld weiter ein.

Belohnung für Hinweise ausgesetzt

Zur Aufklärung der Tat hat die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 3000 Euro für Hinweise ausgelobt, die zur Ergreifung des Täters führen (TAG24 berichtete).

Die Polizei hat dazu im Internet auch ein Hinweisportal (hier klicken!) freigeschaltet. Bisher sind dort nur vereinzelt Videos hochgeladen worden. Eine Plakataktion brachte dagegen zahlreiche Hinweise.

Die Ermittler bitten die Bevölkerung weiter um Mithilfe. Speziell werden Zeugen gesucht, die sich in der Zeit von Mitternacht bis 1 Uhr in dem Bereich Herder-, Goethe-, Hebbel- und Uhlandstraße aufgehalten haben und noch keinen Kontakt zur Polizei hatten.

Die Polizei nimmt Hinweise unter der Telefonnummer 0431 160 3333 entgegen.

Update, 13.09 Uhr: Waffenbesitzer befragt

Nach der Tat befragten Polizisten Anwohner und deren Partygäste. Auch die Besitzer von kleinkalibrigen Waffen wurden überprüft.

"Die Waffenbesitzer zeigten sich äußerst kooperativ, Auffälligkeiten stellten die ermittelnden Beamten nicht fest", hieß es am Freitag.

Titelfoto: dpa/Carsten Rehder

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