Nach Todes-Crash im Erzgebirge: Fahranfängerin vor Gericht

Marienberg/Gelenau - Die Straße ein Trümmerfeld: Im vergangenen Oktober starb bei einem Horror-Crash bei Gelenau im Erzgebirge ein junger Mann (28). Nun stand die Unfallverursacherin (19) in Marienberg vor Gericht.

Die Straße glich nach dem Unfall einem Trümmerfeld.
Die Straße glich nach dem Unfall einem Trümmerfeld.  © Bernd März

Der schwere Unfall passierte am Morgen des 2. Oktober auf der Herolder Straße/S232 zwischen Gelenau und Spinnerei.

Eine Fahranfängerin (damals 18) wollte mit ihrem Audi auf der engen und kurvigen Straße einen vor ihr fahrenden Opel überholen, obwohl die Fahrbahn nicht einsehbar war. Sie krachte frontal in einen entgegenkommenden VW, dessen Fahrer bei dem Unfall ums Leben kam.

Die Unfallverursacherin wurde schwer, die Frau (19) in dem anderen Opel leicht verletzt (TAG24 berichtete).

Am Montag musste sich die junge Frau wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht Marienberg verantworten. Nach Aussagen ihrer Verteidigerin kann sich die heute 19-Jährige nicht mehr an den Unfall erinnern. "Mir tut das alles unendlich leid", sagte sie laut Freie Presse, "Ich würde es gern ungeschehen machen."

Sachverständiger sagte im Prozess aus

Im Wrack dieses Opels starb ein 28-Jähriger.
Im Wrack dieses Opels starb ein 28-Jähriger.

Nach Aussage eines Sachverständigen sei das Überholen an der Stelle zwar nicht verboten, aber durch Grünbewuchs sei die Sicht eingeschränkt, man könne die Kurve nicht überblicken. "Das Überholen verbietet sich dort von selbst."

Aufgrund der Spuren am Unfallort, stellte der Experte fest, dass der Audi den Opel beim Einscheren gestreift habe, das Heck brach aus und beim Versuch gegenzulenken sei die Audi-Fahrerin auf die Gegenfahrbahn gekommen und frontal in den VW des 28-Jährigen geprallt.

Der Staatsanwalt forderte eine Haftstrafe auf Bewährung für die Fahranfängerin, ihre Verteidigerin plädierte für eine Verurteilung nach Jugendstrafrecht mit Sozialstunden.

Der Richter sprach die junge Frau der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung schuldig. Sie bekam eine Geldstrafe von 1800 Euro sowie ein Fahrverbot von drei Monaten, das aber bereits abgegolten ist. Das milde Urteil wurde damit begründet, dass der Unfall ein Augenblicksversagen gewesen sei. "Es war eine falsche Entscheidung, in nur wenigen Sekunden. Es kann jedem passieren", so der Richter laut Bild.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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