Schalke-Boss Tönnies schockt mit Diskriminierungs-Eklat über Afrika: Jetzt rudert er zurück

Paderborn - Der deutsche Unternehmer und Schalke-Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies sorgte in Paderborn, am Rande des "Tag des Handwerks", für eine Schock-Aussage. Nun versucht er sich in Schadensbegrenzung.

Blieck auf eine Produktionshalle der Tönnies Unternehmensgruppe in Rheda-Wiedenbrück.
Blieck auf eine Produktionshalle der Tönnies Unternehmensgruppe in Rheda-Wiedenbrück.  © Friso Gentsch/dpa

Wie die "Neue Westfälische" berichtet, sorgte der Schalke-Boss für reichlich Empörung. Bei der in diesem Jahr in Paderborn stattfindenden Veranstaltung "Tag des Handwerks", waren auch diesmal wieder Politiker und Größen der Wirtschaft zu Gast. Es wird gesprochen, diskutiert und vorgetragen. Mit dabei: S04-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies.

Der 63-jährige Milliardär machte besonders in der Lebensmittelbranche sehr viel Geld. Als Tönnies dann auf der Bühne stand und es unter anderem um den Kampf gegen den Klimawandel ging, positionierte sich der Schalke-Boss klar: Er sei gegen Steuererhöhungen und würde stattdessen lieber "20 Kraftwerke in Afrika finanzieren".

Was dann folgte, war äußerst unüberlegt und vor allem eines: diskriminierend! "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren." Wie bitte?

Dass diese Aussage in Bezug auf den Zusammenhang von Energieversorgung, Klimawandel und Überbevölkerung zumindest in der Wortwahl ein absolutes No-Go ist, schien er im Eifer der Diskussion wohl nicht zu bedenken.

Dass er hier deutlich übers Ziel hinausgeschossen ist, bemerkte er wohl erst etwas später.

Tönnies entschuldigt sich: "war unangebracht und falsch"

Schalke-Boss Tönnies entschuldigte sich mittlerweile über mehrere Kanäle.
Schalke-Boss Tönnies entschuldigte sich mittlerweile über mehrere Kanäle.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Nun versucht der Fleisch- und Wurst-Gigant seine Schock-Aussage zu revidieren, ist auf Schadensbegrenzung aus. Auf der Homepage des Bundesligisten entschuldigte sich Tönnies soeben mit einem Statement:

Er wolle sich explizit für seine "Aussage beim Tag des Handwerks entschuldigen. Sie war falsch, unüberlegt und gedankenlos und entsprach in keiner Weise unserem Leitbild. Es tut mir sehr leid.", wird der geborene Rhedaer zitiert.

Weiterhin bekennt er sich zu den Schalker "Vereinswerten". Dazu gehöre unter anderem "der Einsatz gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung."

Auch über Twitter meldete er sich zu Wort: "Ich möchte meine Aussage zum Thema Auswirkungen beim Klimawandel richtigstellen. Ich stehe als Unternehmer für eine offene und vielfältige Gesellschaft ein. Meine Aussage zum Kinderreichtum in afrikanischen Ländern tun mir leid. Das war im Inhalt und Form unangebracht und falsch", lenkte er über das soziale Medium ein.

Viele Twitter-User sind empört über die Aussagen des Wurstfabrikanten, für sie ist auch die Entschuldigung nicht ausreichend genug. Zahlreiche Schalke-Fans halten Tönnies nach dieser Aussage nicht mehr für tragbar, der Hasthtag #toenniesraus explodiert momentan.

Tönnies ist Mitgesellschafter des größten Schlachtbetriebes in Deutschland, die Tönnies-Gruppe hat weltweit knapp 16.000 Mitarbeitern. Der Umsatz betrug 2018 circa 6,65 Milliarden Euro.

Clemens Tönnies entschuldigte sich via Twitter für seine getätigten Aussagen.
Clemens Tönnies entschuldigte sich via Twitter für seine getätigten Aussagen.  © Screenshot/Twitter Clemens Tönnies

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