Tötete Mann seine Ex wegen Unterhaltszahlungen? Angeklagter verteidigt sich stundenlang

Stuttgart - Auf einem Parkplatz tötet ein Mann seine von ihm getrennt lebende Ehefrau. Vor Gericht gibt er die Tat zu. Sein Motiv: Er wollte keinen Unterhalt zahlen.

Der Mann soll seiner Ex mit einem Messer aufgelauert haben. (Symbolbild)
Der Mann soll seiner Ex mit einem Messer aufgelauert haben. (Symbolbild)  © 123RF

Um das Erbe für seine Kinder zu sichern, hat ein Mann nach eigener Aussage seine Frau erstochen - am Dienstag (9.15 Uhr) wird vor dem Landgericht Stuttgart das Urteil gegen ihn erwartet.

Im November 2018 hatte der 60-Jährige der Anklage zufolge in Sindelfingen der von ihm getrennt lebenden Frau aufgelauert und mehrfach auf sie eingestochen. Die 57-Jährige wurde zwar wiederbelebt, starb aber später im Krankenhaus.

Die Staatsanwaltschaft forderte eine lebenslange Freiheitsstrafe und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld.

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Die Verteidigung plädierte dafür, von der besonderen Schwere der Schuld abzusehen, und ihn zu zehn Jahren Gefängnis zu verurteilen. Zum Prozessauftakt im Mai hatte der Deutsch-Australier erklärt, er habe aus "Notwehr" gehandelt. Seine Ehefrau habe einen "Angriff auf sein Privateigentum" verübt, als sie ihn aufforderte, Unterhalt zu zahlen.

Eine lebenslange Haft kann frühestens nach 15 Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden. Wenn das Gericht die besondere Schwere der Schuld festgestellt hat, kann der Täter allerdings nur in Ausnahmefällen - etwa bei hohem Alter oder schwerer Krankheit - nach 15 Jahren freikommen.

Angeklagter verteidigt sich stundenlang

Vor dem Landgericht Stuttgart soll am Dienstag das Urteil fallen.
Vor dem Landgericht Stuttgart soll am Dienstag das Urteil fallen.  © DPA

Update 13.30 Uhr: Der Angeklagte hat sich in seinem letzten Wort stundenlang verteidigt.

Die geplante Urteilsverkündung verzögerte sich dadurch. Der Mann erklärte am Dienstag am Landgericht Stuttgart, wie es aus seiner Sicht zu der Tat gekommen war.

Anlass seien Unterhaltsforderungen der Ehefrau gewesen: "Ich habe meine Pflicht getan. Ich musste das tun, ich musste das Erbe meiner Kinder erhalten."

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Den Angriff auf die 57-Jährige, der der Lehrer auf einem Parkplatz aufgelauert und auf die er mehrfach eingestochen hatte, bezeichnete er als Notwehr. Scheidungsgesetze, die er als ungerecht empfand, hätten ihn dazu gedrängt.

Schon zum Prozessbeginn im Mai hatte er die Tat eingeräumt: Demnach war er vergangenen November aus Australien, wo er zuletzt gelebt hatte, nach Deutschland gereist - im Gepäck ein Messer.

Dann spürte er das neue Zuhause seiner Frau in Sindelfingen auf. 1984 war das Paar gemeinsam nach Australien ausgewandert. In der Ehe habe es immer wieder Unstimmigkeiten gegeben. 2015 trennte sich die Frau von ihm und kehrte zurück nach Deutschland.

Ob am Dienstag noch ein Urteil fällt, war zunächst unklar.

Titelfoto: DPA

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