Linken-Kandidat Tom Radtke scheitert bei Hamburg-Wahl und pöbelt gleich weiter

Hamburg - Der umstrittene Listenkandidat der Hamburger Linken Tom Radtke wird der neuen Bürgerschaft nicht angehören.

Bei der Demo von Fridays for Future am 13. Januar in Hamburg war Tom Radtke (r.) noch ganz vorne dabei.
Bei der Demo von Fridays for Future am 13. Januar in Hamburg war Tom Radtke (r.) noch ganz vorne dabei.  © Christian Charisius/dpa

Wie Tag24 berichtete, erhielt der 18-Jährige laut vorläufigem amtlichen Endergebnis am Montagabend nicht die nötigen Stimmen.

Radtke twitterte nach Bekanntgabe der Zahlen: "Ich wurde nicht gewählt, werde aber weiter Politik machen."

Der 18-Jährige stand bis zuletzt auf Platz 20 der Landesliste, obwohl laut Linke noch vor der Bürgerschaftswahl ein Parteiausschussverfahren gegen ihn eingeleitet wurde.

"Das sind die Leute, die jetzt für DIE LINKE im Parlament sitzen", twitterte Radtke später zu einem Foto von der Wahlparty.

"Alle neoliberal. Kaum Arbeiter in dieser "linken" Partei/Fraktion. Inhalte wie bei den Grünen. Volksnahe Genossen wurden sabotiert. Thälmann würde sie bekämpfen."

Ende Januar hatte Tom Radtke mit einem relativierenden Holocaust-Tweet bundesweit für Empörung gesorgt. Der 18-Jährige schrieb damals: "Die Nazis gehören auch zu den größten Klimasünder*innen, da ihr Vernichtungskrieg und ihre Panzer riesige Mengen an CO2 produziert haben. Viele Politiker sagen, dass sich das nicht wiederholen darf. Aber was tun sie gegen den Klima-Holocaust, der in diesem Moment Millionen Menschen und Tiere tötet?"

Es folgten absurde Anschuldigungen und Drohungen über die Veröffentlichung von angeblich kompromittierenden Materials als "Radtke Leaks".

Zunehmende Unterstützung von rechts

Auf seinem Twitter-Profil veröffentlichte Tom Radtke stündlich erschütternde Aussagen.
Auf seinem Twitter-Profil veröffentlichte Tom Radtke stündlich erschütternde Aussagen.  © Screenshot Twitter/tomradtkede

Der Schüler hatte sich in seiner Wahlbewerbung noch als Klima- und Netzaktivist vorgestellt.

Nach der Kritik an seinen Äußerungen erhob er aber auch schwere Anschuldigungen gegen führende Köpfe der Fridays-for-Future-Bewegung, darunter auch Luisa Neubauer, gegen Politiker der Grünen und der Linken.

Für seine Posts erhielt Radtke zunehmend Unterstützung aus der extrem rechten Ecke des Internets, suchte den Kontakt zu Martin Sellner, Kopf der rechtsextremen Identitären Bewegung Österreichs (TAG24 berichtete).

Zuletzt hatte er nur einen Tag vor der Bürgerschaftswahl ein Bild von sich mit einer Fahne der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften Bewegung gepostet - aus der Gedenkstätte für den von den Nazis ermordeten Kommunisten-Führer Ernst Thälmann.

Auf dem Listenplatz 20 lag Radtke zwar weit hinten, doch nach einer Besonderheit des Hamburger Wahlrechts hätte der Schüler mit genug Stimmen dennoch ins Parlament einziehen können.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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