Jungpolitiker kündigt krasse Leaks an: Was dann passiert, macht viele wütend

Hamburg - Die erschütternden Aussagen des Hamburger Jungpolitikers Tom Radtke scheinen kein Ende zu nehmen. Auf der Streaming-Plattform Twitch kündigte der 18-Jährige für Samstagabend "heftige Leaks" an.

Auf seinem Twitter-Profil veröffentlichte Tom Radtke stündlich erschütternde Aussagen.
Auf seinem Twitter-Profil veröffentlichte Tom Radtke stündlich erschütternde Aussagen.  © Screenshot Twitter/tomradtkede

Zunächst ließ Radtke die Zuschauer im Stream aber rund 50 Minuten warten, bis er sich endlich zu Wort meldete. Der Grund für seine Verspätung: Er habe noch mit seinem Anwalt reden müssen. Dieser habe ihm geraten, doch keine Leaks zu veröffentlichen.

"Ich wurde bereits bei Twitter gesperrt", erklärte Radtke. Und auch bei Facebook seien bereits Beiträge gesperrt worden, "aufgrund von Mobbing", so der Jungpolitiker. Die Polizei habe sich inzwischen auch schon bei ihm gemeldet. "Ich habe besonders viel Druck", beteuerte er am Abend.

Doch mit der folgenden Aktion machte Radtke die Zuschauer dann nur noch fassungslos. Denn statt die angekündigten Fragen zu seinen bisherigen Aussagen zu beantworten, begann Radtke einfach ein Live-Game.

"Ich wurde kritisiert, dass bei mir Geschichtswissen fehlt", erklärte er dazu. Deswegen habe er sich für ein "geschichtliches Spiel" entschieden: das Kriegsspiel "Hearts of Iron 4".

Daraufhin baute Radtke munter Panzerfabriken, während die User im Chat zu wüsten Beschimpfungen übergingen: "Einfach nur peinlich" und "Wir spielen jetzt Krieg?!" lauteten da noch die harmloseren Kommentare. Wenig später brach der Stream dann auch schon ab, Radtke wurde bei Twitch vorläufig gesperrt."Unglaublich!", wetterte er Minuten später bei Twitter.

Viele vermuteten am Abend auch, dass es sich bei dem Ganzen nur um einen Fake handeln könne und hatten sogar Moderator Jan Böhmermann im Verdacht.

Dieser distanzierte sich aber bereits öffentlich von dem 18-Jährigen, nannte ihn "den doofen LINKE-Tom" und blockierte ihn bei Twitter.

Shitstorm nach geschmacklosem Holocaust-Vergleich

Auf seiner Facebookseite verbreitete Tom Radtke seine Aussage zu Holocaust und Klimawandel.
Auf seiner Facebookseite verbreitete Tom Radtke seine Aussage zu Holocaust und Klimawandel.  © Screenshot/Facebook/tomradtke.de

Aufgefallen war Tom Radtke bereits Anfang der Woche durch schockierende Aussagen, die er in den sozialen Netzwerken geteilt hatte. Darin setzte er den Holocaust mit dem Klimawandel gleich und löste nur wenige Wochen vor der Bürgerschaftswahl einen regelrechten Shitstorm aus (TAG24 berichtete).

Seine Partei Die Linke forderte ihn daraufhin auf, von seiner Bürgerschafts-Kandidatur zurückzutreten. Auch die Bewegung "Fridays for Future" distanzierte sich klar von den Aussagen Radtkes, der anschließend ankündigte, dass er deren "dreckige Geheimnisse" enthüllen werde.

Auf einer Internetseite veröffentlichte Radtke einen Beitrag, in dem er zudem behauptete, als eines der Gründungsmitglieder von FFF gemobbt und ausgegrenzt worden zu sein. Hauptorganisatorin Luisa Neubauer betonte dagegen schon vor Tagen, dass sie Tom Radtke nicht einmal kenne.

Doch die Vorwürfe gehen noch deutlich weiter. So sprach Radtke davon, dass sich in den Reihen der FFF Hamburg ein Pädophiler befinde.

Außerdem deutete der 18-Jährige mehrfach an, dass er damit einen SPD-Politiker meine. Er schrieb: "Der Hamburger Bundestagsabgeordnete sollte aufpassen, sonst ergeht es ihm wie seinem ehemaligen Fraktionskollegen Edathy. Ich kenne die Namen einiger seiner Opfer."

Auf TAG24-Nachfrage wolle Tom Radtke am Freitag noch keine Namen nennen.

Die Hamburger Polizei reagierte aber bereits auf Twitter: "Wir sind heute mehrfach auf diesen Tweet hingewiesen worden. Er ist uns bekannt und wir haben Ermittlungen aufgenommen."