Diese Rolle will Schauspiel-Star Tom Schilling nie mehr spielen

Berlin - Der Erfolg gibt ihm eigentlich recht: Florian Henckel von Donnersmarcks "Werk ohne Autor" war sogar für die Oscars nominiert. In der Hauptrolle: Tom Schilling. Dennoch hat der Schauspieler die Nase voll davon, immer wieder schlaue Menschen zu spielen.

Tom Schilling und Schauspiel-Kollegin Saskia Rosenkohl beim Empfang für die deutschen Oscar-Anwärter in Los Angeles.
Tom Schilling und Schauspiel-Kollegin Saskia Rosenkohl beim Empfang für die deutschen Oscar-Anwärter in Los Angeles.  © DPA

"Keine Künstler mehr, nie mehr kluge Intellektuelle. Das ist schon mal sicher", sagte Schilling den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Der Berliner hatte zuletzt fürs Kino den Maler Gerhard Richter und im Fernsehen den Dramatiker Bertolt Brecht gespielt. Er habe das als Belastung erlebt. "Ich mache mir doch selbst schon immer einen Kopf über alles. Dann noch lauter kluge Dinge zu sagen, diese Last, diese Schwere, ständig zu reflektieren, das zehrt ganz schön."

Ehrgeiz zu einer Hollywood-Karriere habe er nicht um jeden Preis. "Film kann auch ein schnödes, herzloses Business sein, wo es heißt: Du hast einen Vertrag, sag deine Sätze. Diese Art von Arbeit interessiert mich gar nicht", sagte Schilling.

"In den USA, das ist kein Klischee, muss man sich auch ein bisschen geil finden und sich selbstbewusst inszenieren können. Der Teppich scheint da wichtiger als das, was sich drinnen abspielt. Das liegt mir so gar nicht."

Außerdem seien viele Angebote kaum attraktiv: "Bei den meisten Angeboten, die man als Deutscher im Ausland bekommt, bist du doch nur in einem mittelmäßigen Film der dritte Nazi von rechts."

 Tom Schilling als Bertolt Brecht im Dokudrama "Brecht" von Heinrich Breloer über den deutschen Schriftsteller Bert Brecht, das am 22.03.2019 auf Arte ausgestrahlt wurde.
Tom Schilling als Bertolt Brecht im Dokudrama "Brecht" von Heinrich Breloer über den deutschen Schriftsteller Bert Brecht, das am 22.03.2019 auf Arte ausgestrahlt wurde.  © Stefan Falke/WDR/dpa

Titelfoto: DPA

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