Tom Tailor gerettet? Chinesen helfen Modekette mit Geldspritze

Hamburg - Die angeschlagene deutsche Modekette Tom Tailor verschafft sich mit einer neuen mittelfristigen Finanzierung Luft.

In einem Filiale von Tom Tailor hängen Kleidungsstücke. (Archivbild)
In einem Filiale von Tom Tailor hängen Kleidungsstücke. (Archivbild)  © dpa/Christian Charisius

Das Unternehmen habe sich mit Konsortialbanken und dem chinesischen Mehrheitsaktionär Fosun auf einen Kreditvertrag von insgesamt 375 Millionen geeinigt, teilte Tom Tailor am späten Mittwochabend in Hamburg mit.

Die unterzeichnete Vereinbarung dauere bis Ende September 2022. Sie geht damit um 10 Millionen über das zuletzt angepeilte Volumen von 365 Millionen Euro hinaus.

Zusätzlich stelle Fosun ein Festdarlehen von 28,5 Millionen Euro bereit, das bis Ende 2022 befristet ist.

Die Modekette hatte sich Anfang Oktober auf Eckpunkte für eine neue Finanzierungsstruktur mit den Banken und Fosun geeinigt. Nun ist der Deal in trockenen Tüchern.

Die Börse reagierte erleichtert: Tom-Tailor-Aktien stiegen am Donnerstag um sechs Prozent.

Unternehmen musste Zahlen nach unten korrigieren

Jacken von Tom Tailor hängen auf einer Kleiderstange. (Archivbild)
Jacken von Tom Tailor hängen auf einer Kleiderstange. (Archivbild)  © dpa/Christian Charisius

Zugleich gab Tom Tailor die Berufung eines neuen Finanzchefs bekannt. Christian Werner (43), der seit 2014 im Konzern arbeitet, soll Finanzvorstand Thomas Dressendörfer ablösen.

Dieser lege nach der abgeschlossenen Finanzierung "planmäßig" sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder.

Damit kommt der nächste neue Top-Manager: Erst jüngst hatte Tom Tailor mitgeteilt, dass der frühere S.Oliver-Manager Gernot Lenz zum ersten November auf Vorstandschef Heiko Schäfer folgt.

Tom Tailor hatte zuletzt vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2018 korrigieren müssen, da Rückstellungen wegen einer künftig schlechteren Geschäftsentwicklung gestiegen seien.

So erwartet die Modekette einen kleineren endgültigen Betriebsgewinn der Marke Tom Tailor für 2018 und einen höheren operativen Verlust bei der Tochterfirma Bonita.

Titelfoto: dpa/Christian Charisius

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