Schweinepest kommt näher: Jetzt sollen mehr Wildschweine sterben

Die Jäger im Landkreis Nordsachsen sollen verstärkt Wildschweine erlegen. (Symbolbild)
Die Jäger im Landkreis Nordsachsen sollen verstärkt Wildschweine erlegen. (Symbolbild)  © DPA

Borna/Torgau - Die Afrikanische Schweinepest rückt immer näher an die Region Leipzig heran. Im Landkreis Nordsachsen will man die Ausbreitung der Seuche mit dem Gewehr verhindern. Jäger sollen in den kommenden Monaten mehr Wildschweine erlegen.

Als Anreiz für die verstärkte Jagd auf Schwarzwild erlässt das Veterinäramt Nordsachsen den Jägern eine spezielle Gebühr.

Sie müssen bis zum 31. Mai kommenden Jahres nichts für die Untersuchung der erlegten Tiere auf Fadenwürmer bezahlen. Diese sogenannte Trichinenprobenuntersuchung ist bei Wildschweinen verpflichtend.

"Wir haben im Landkreis Nordsachsen eine übergroße Schwarzwild-Population. Die Gefahr des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest macht es nötig, den Bestand zu senken", erklärt Peter Stracke vom Landratsamt Nordsachsen.

Man wolle so die Weiterverbreitungsmöglichkeiten für das Virus reduzieren. Die Trichinenuntersuchung des erlegten Schwarzwilds bleibe trotzdem Pflicht.

Auch der Landkreis Leipzig rüstet sich gegen die Gefahr aus den östlichen Nachbarländern. Hier haben die Wildschweinbestände ebenfalls erheblich zugenommen. Allerdings hält man die Streichung der Untersuchungsgebühr für kein geeignetes Mittel. "Erste Erfahrungen zeigen, dass dies nicht dazu führt, dass mehr Tiere erlegt werden", erklärt die Sprecherin des Landkreises, Brigitte Laux.

Man sei gehalten, die Gebühren zu erheben. Der Landkreis Leipzig setzt sich aber Laux zufolge dafür ein, dass das Land geeignete Maßnahmen umsetzt, um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. Zudem fahren die Mitarbeiter der Straßenmeisterei regelmäßig die von Fernfahrern genutzten Parkplätze im Landkreis ab, um weggeworfene Lebensmittel zu entsorgen. Vor allem Produkte wie Schinken und Salami gelten als weitere mögliche Übertragungswege.

Gegen die Afrikanische Schweinepest gibt es keinen Impfstoff. Für die infizierten Tiere verläuft die Krankheit in der Regel tödlich. Für Menschen ist die Viruserkrankung ungefährlich.

Titelfoto: DPA


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