Familie "Petz" wieder "petzmunter": So kamen die Bären nach Torgau

Torgau - Am Schloss Hartenfels ist der Bär jetzt richtig los! Waren vor einer Woche vorerst nur die Geschwisterbärchen Bea und Benno (6) frühzeitig aus dem Winterschlaf erwacht, schnuppert jetzt auch Mutti Jette (31) erste Frühlingsluft.

Der Wettiner Friedrich der Streitbare holte die erste Bären auf das Schloss.
Der Wettiner Friedrich der Streitbare holte die erste Bären auf das Schloss.  © Dirk Heinze/ deutsche Fotothek

Die Bärendame genießt es sichtlich, sich in einer windstillen Ecke ein paar Sonnenstrahlen auf den Pelz scheinen zu lassen. Das "Jungbärenvolk" tummelt sich indes in seinem eigenen Graben, braucht die Seniorin doch etwas mehr Ruhe. Während in den letzten Tagen die Gewöhnung an den Tagesrhythmus lief und die Bären nur stundenweise draußen waren, werden die Tiere ab heute wieder länger "Ausgang" haben.

Zu verdanken haben wir die Bärenshow übrigens einem sächsischen Herrscher des Hauses Wettin. Friedrich der Streitbare (1370-1428) legte den ersten Bärengraben 1425 an. Er war es auch, der Sachsen zu Prestige verhalf. 1423 wurde er von König Sigismund wegen erfolgreicher Kämpfe gegen die Hussiten mit der Kurfürstenwürde belehnt. Damit gehörte der Wettiner zu den sieben Auserwählten, die über Jahrhunderte das Recht besaßen, den König des Heiligen Römischen Reiches zu wählen.

Auch im Schlossgraben steppte der Bär vorerst erfolgreich: Über 30 Tiere waren es um 1624. Doch die Schlachtfelder der Kriege rückten bis in den Bärengraben: Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) verspeisten Schweden die Tiere, nach der Schlacht von Torgau (1760) war vorerst Schluss mit der Bärenhaltung.

In den 1950er-Jahren wurde die uralte Bären-Tradition in Torgau wieder aufgenommen und wird seitdem "petzmunter" gepflegt.

Benno und Bea (6) toben schon seit einer Woche durch ihren Graben.
Benno und Bea (6) toben schon seit einer Woche durch ihren Graben.  © Dirk Heinze

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