Asiaten machen Torgau zur Pilz-Metropole

120 Arbeitskräfte sollen täglich zehn Tonnen (!) dieser Kräuterseitlinge ernten.
120 Arbeitskräfte sollen täglich zehn Tonnen (!) dieser Kräuterseitlinge ernten.

Von Markus Griese

Torgau - Da sieht man den Wald vor lauter Pilzen nicht! Ein asiatisches Konsortium will in Torgau Sachsens größte Pilzfabrik errichten. Dort sollen bis zu 120 Arbeitskräfte täglich zehn Tonnen (!) Kräuterseitlinge ernten. Das alles passiert in einer Industriehalle ganz ohne Bäume.

In dieser Woche verkaufte die Stadt Torgau für 750.000 Euro ein sechs Hektar großes Grundstück an die Mushroom Park GmbH. Dahinter stehen der koreanische Weltmarktführer für industrielle Pilzproduktion und der chinesische Global-Player für Champignons.

Für die Ansiedlung in der strukturschwachen Region hat sich Torgaus Oberbürgermeisterin Andrea Staude (54, SPD) richtig reingehängt.

Torgaus OB Andrea Staude (54, SPD) beim Pilzfabrikanten Greenco in Südkorea.
Torgaus OB Andrea Staude (54, SPD) beim Pilzfabrikanten Greenco in Südkorea.

Mit einer sächsischen Delegation besuchte sie in Korea eine Pilzfabrik und führte dort Verhandlungen.

Die Asiaten wollen von Torgau aus Deutschland und Europa mit Pilzen versorgen. Sie sind hier bereits bei vielen Großhändlern im Geschäft und sparen so erhebliche Transportkosten.

Der Baubeginn ist für kommendes Jahr geplant - über 15 Millionen Euro sollen bis 2019 investiert werden.

Der Kräuterseitling - auch Königsausternpilz genannt - erlebt gerade in der Vegetarierszene als eiweißreicher Fleischersatz einen Boom. Von der Konsistenz und dem Geschmack her erinnert er auch an den Steinpilz.

Fotos: PR, Heinz Patzig, imago


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0