Radikale Feministen attackieren Gemeindezentrum: So ungewöhnlich reagieren die Pastoren

Leipzig - Zum diesjährigen Frauentag wurden verschiedene Leipziger Institutionen Zielscheibe einer Gruppe radikaler Feministen. Auch die freikirchliche TOS-Gemeinde in Plagwitz hat ein paar Farbbeutel und Graffiti abbekommen (TAG24 berichtete).

Nur zwei Tage nach den Angriffen auf die freikirchliche Gemeinde, melden sich zwei Pastoren der TOS-Gemeinde zu Wort.
Nur zwei Tage nach den Angriffen auf die freikirchliche Gemeinde, melden sich zwei Pastoren der TOS-Gemeinde zu Wort.  © Alexander Bischoff/Screenshot Brief

Jetzt wenden sich die Pastoren Stefan und Dorothee Haas in einem offenen Brief an die Attentäter. Doch sie verurteilen sie nicht etwa! Ganz im Gegenteil: Die Geistlichen möchten die Täter gern zu Kaffee und Kuchen einladen. Eine ungewöhnliche Maßnahme!

In dem Brief steht darüber hinaus, dass die Gemeinde davon ausgeht, dass es sich bei der Farbbeutel-Attacke um eine Verwechslung gehandelt haben muss.

"Wir sind tatsächlich für den Schutz des ungeborenen Lebens. [...] Es bedeutet aber nicht, dass wir deswegen Teil einer 'patriarchalischen Gesellschaft' wären, die Sie laut Ihrem Bekennerschreiben bekämpfen. Und es bedeutet auch nicht, dass wir deswegen unsererseits Menschen, die eine andere Meinung vertreten, diskriminieren, bekämpfen oder hassen würden."

Am Frauentag attackierten Feministen das Gemeindezentrum im "Gewerbepark Plagwitz". Sie hinterließen Spuren von Farbbeuteln und den Schriftzug "8.3.: My Body My Choice".
Am Frauentag attackierten Feministen das Gemeindezentrum im "Gewerbepark Plagwitz". Sie hinterließen Spuren von Farbbeuteln und den Schriftzug "8.3.: My Body My Choice".  © Alexander Bischoff

Weiter schreiben die Pastoren: "Wir sind allerdings schockiert über den blinden Hass und die Zerstörungswut, mit der Sie Menschen bekämpfen, die Sie gar nicht kennen.

Unsere Gesellschaft braucht existentiell die Freiheit, eigene sachliche Standpunkte zu haben und sie auch öffentlich sagen zu können – auch wenn sie anders sind als der Mainstream. Wer deswegen andere mit Hass und Zerstörungswut bekämpft, der bekämpft in Wirklichkeit die Freiheit einer ganzen Gesellschaft."

Stefan und Dorothee Haas haben angekündigt, das Gemeindezentrum reinigen zu wollen. "Und wir möchten Sie [die Attentäter, Anm. d. Red.] gerne zu Kaffee und Kuchen und einem Gespräch einladen – in dem uns eines interessiert: Was hat Sie dazu gebracht, so zu hassen? Sollte es eine Männer-Kultur sein, wie sie durch die #MeToo-Debatte ans Licht kam, dann möchten wir Ihnen sagen: Auch wir sind entschlossen gegen eine solche Männer-Kultur."

Mit der Information, dass fast die Hälfte der Predigten von Frauen gehalten werden, schließen die beiden Pastoren ihren offenen Brief.

Wird es in den nächsten Tagen also Kaffeeklatsch zwischen Gemeindemitgliedern und radikalen Feministen geben? TAG24 bleibt dran!


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