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Toskana: Traumlandschaft im Herzen Italiens

Die Toskana ist vieles: Aber vor allem romantisch und traumhaft schön! Wir zeigen Euch die besten Plätze zum ewigen Verweilen.

Sie ist die wohl berühmteste Region Italiens, und sie übt besonders auf uns Deutsche eine einmalige Anziehungskraft aus: Die Toskana bietet unvergleichlich schöne, geschwungene Landschaften, fantastische Städte, die mittelalterliches Flair ausstrahlen und eine atemberaubende Ansammlung an Kunstschätzen.

Die recht dünn besiedelte Region zwischen Apennin und Tyrrhenischem Meer begeistert mit pittoresken Landschaften und einzigartigen Städten, deren Baudenkmäler und Kunstschätze den Besucher Jahrhunderte in der Zeit zurückreisen lassen. Ein Paradies auf Erden mit Bergregionen, Badestränden und bedeutenden archäologischen Funden. Die Toskana ist Italiens größte Kunstlandschaft, sie beherbergt vier Fünftel der Kunstschätze des Landes.

Nur wenige Landstriche haben die europäische Kunst und Kultur in diesem Maße geprägt. Regionale Weine wie der Chianti und der Brunello di Montalcino gehören zu den besten Tropfen der Welt, die bodenständige Küche bietet herzhaften Genuss wie Bistecca alla fiorentina. Kurzum: Die Toskana steht für südländische Lebensart voller Charme und Schönheit. Kein Wunder also, dass jährlich rund sieben Millionen Touristen diese Gegend bereisen, von denen viele ein gemütliches Ferienhaus mieten, um von dort die zahlreichen Highlights zu entdecken. Im Folgenden stellen wir einige der beliebtesten Städte genauer vor.

Florenz: Hauptstadt für Kunst und Kultur

Florenz ist auch bei Nacht sehr malerisch.
Florenz ist auch bei Nacht sehr malerisch.

Die toskanische Hauptstadt Florenz hat viele Beinamen: das italienische Athen, die Wiege der Renaissance – und sie alle sind zutreffend. Im 15. und 16. Jahrhundert sorgte die Familie der Medici für einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung ohnegleichen. Die Medici lassen die erste öffentliche Bibliothek der Welt bauen, gründen eine philosophische Akademie und kaufen antike Manuskripte in ganz Europa auf. Künstler wie Donatello und Botticelli werden von ihnen gefördert. Aber auch Genies wie Michelangelo und da Vinci arbeiten in Florenz.

In den Uffizien, einer der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt, lassen sich ihre Meisterwerke noch heute bewundern. Tipp: Vorher Eintrittskarten besorgen, ansonsten kann die Wartezeit schon mal ein paar Stunden betragen! In der Galleria dell’Accademia steht Michelangelos wohl berühmtestes Werk, die David-Skulptur. Der Dom Santa Maria del Fiore, ein Gebirge aus Marmor, ist die viertgrößte christliche Kirche der Welt und unbedingt einen Besuch wert. Die meisterhaft konstruierte Kuppel aus dem Jahr 1436 ist eine architektonische Sensation. Neben dem Dom steht der Campanile, der Glockenturm. Hier führen 414 Stufen in die Höhe: Das geht zwar nicht spurlos an den Waden vorbei, aber oben angekommen liegt einem ganz Florenz zu Füßen.

Der schönste öffentliche Platz in Florenz ist die berühmte Piazza della Signoria: Dominiert vom trutzigen Palazzo Vecchio, ist dieser Touristenmagnet zu jeder Tages- und Nachtzeit gut besucht. Eine Reihe von Skulpturen, darunter Kopien von Michelangelos „David“, Donatellos „Judith und Holofernes“ und Ammanatis Neptunbrunnen, lockern den Platz auf.

Ein weiteres Wahrzeichen von Florenz ist die Ponte Vecchio mit ihren Ladengeschäften. Bis etwa 1600 hatten sich hier in der Hauptsache Schlachter niedergelassen, dann verfügte Großherzog Ferdinando I. de‘ Medici, der sich durch den Geruch belästigt fühlte, dass auf der Brücke nur noch Gold- und Silberschmiede ihren Geschäften nachgehen dürfen. Zu den weiteren Highlights in Florenz zählen der Palazzo Pitti, die Kirche San Miniato al Monte und die Lebensmittelmärkte Mercato Centrale und Mercato di Sant’Ambrogio. Wahrlich – eine der schönsten Städte der Welt!

Pisa: Mehr als der Schiefe Turm

Der berühmte schiefe Turm von Pisa.
Der berühmte schiefe Turm von Pisa.

Pisa, gelegen an der Mündung des Arno ins Mittelmeer, ist natürlich weltbekannt für seinen Campanile, den Schiefen Turm, hat aber noch einiges mehr zu bieten. Im Mittelalter stieg Pisa zur mächtigsten der vier italienischen Seerepubliken auf (die anderen waren Venedig, Genua und Amalfi) und war Heimat wissenschaftlicher Genies wie Galileo Galilei und Leonardo Fibonacci. Das Wahrzeichen der Stadt ist der 55 Meter hohe, aus Marmor gefertigte Schiefe Turm, der Campanile des Doms, der vom 12. bis zum 14. Jahrhundert errichtet wurde. Schon rasch nach dem Beginn des Baus gab der Untergrund nach, die weiteren Arbeiten mussten mehrmals unterbrochen werden. Zwischen 1990 und 2001 war der Turm sogar für Besucher gesperrt, erst umfangreiche Stabilisierungsmaßnahmen, bei denen der Turm um 44 Zentimeter aufgerichtet wurde, führten zur Wiedereröffnung für Touristen.

Der Schiefe Turm ist Teil der Piazza del Duomo, auf der sich noch der prächtige Dom, das Baptisterium (Taufkirche) und die Friedhofsanlage Camposanto Monumentale befinden. Pisa ist aber auch Studentenstadt: Etwa 50.000 junge Menschen gehen hier ihren Studien nach und sorgen im Viertel um die Piazza delle Vettovaglie für eine lebhafte Atmosphäre, geprägt von vielen Cafés und Bars. Einen Besuch wert ist auch die kleine Kirche Santa Maria della Spina, direkt am Ufer des Arno gelegen.

Siena: Die schönste Piazza der Welt

Seine strategisch günstige Lage an wichtigen Handelsstraßen machte Siena im Mittelalter zu einer der mächtigsten Städte Mittelitaliens. Das ließ dem alten Rivalen Florenz natürlich keine Ruhe, eine Reihe von blutigen Auseinandersetzungen war die Folge. 1555 verlor Siena schließlich seine Unabhängigkeit und wurde Teil des von den Medici beherrschten Großherzogtums Toskana. Heute gehört die Stadt zu den großen touristischen Attraktionen der Toskana, ein Besuch ist für jeden Urlauber ein Muss!

Herz von Siena ist der Piazza del Campo, ein muschelförmiger Platz, der die Stadteile miteinander verbindet. Viele Cafés und Restaurants säumen den Platz, auf dem mit dem Brunnen Fonte Gaia auch ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Touristen steht. Zweimal im Jahr, am 2. Juli und am 16. August, wird hier der Palio ausgetragen, ein historisches Pferderennen zwischen zehn der 17 „contrade“ (Stadtviertel) von Siena.

Wer glaubt, das Rennen würde den Touristenscharen zuliebe abgehalten, der irrt: Der Palio findet seit 1644 statt. Der Wettbewerb selbst dauert gerade mal zwei Minuten, aber die Stadt ist in den Wochen vor dem Rennen im Ausnahmezustand. Zehntausende sind Zeugen, wenn die Pferde in einer wilden Hatz den Platz umrunden. Die Feiern im siegreichen Stadtviertel können dann auch schon mal mehrere Tage und Nächte andauern…

Die Piazza del Campo ist gesäumt von fantastischen Bauwerken – wie dem Palazzo Pubblico, einem Meisterwerk der toskanischen Gotik. Dieses palastartige Rathaus beherbergt noch heute die Stadtverwaltung von Siena, daneben ist auch ein Kunstmuseum in dem Gebäude untergebracht. Von Weitem sichtbar ist der über 100 Meter hohe Rathausturm Torre del Mangia, der bestiegen werden kann und einen großartigen Panoramablick über die Stadt bietet. Abseits der Piazza del Campo finden sich mit dem Marmor-Dom Santa Maria und der Basilika San Domenics weitere beeindruckende Zeugnisse mittelalterlicher Baukunst. Und über die drei Einkaufsstraßen Via Banchi di Sopra, Via Banchi di Sotto und Via di Città lässt es sich herrlich schlendern.

Lucca: Ring um die Stadt

Die Ursprünge der Stadt Lucca liegen in der Antike, der Historiker Livius erwähnt Lucca als den Ort, an den sich der Konsul Sempronius im Jahr 218 v. Chr. vor dem vorrückenden Hannibal zurückzieht. Im 13. und 14. Jahrhundert besaß die Stadt großen Einfluss in Europa, in der Textil- und besonders der Seidenindustrie galt sie als führend. Bestimmt wird das Stadtbild von Lucca durch seinen Mauerring aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Die Befestigungsanlage mit ihren Schutzwällen ist heute ein öffentlich begehbarer Spazierweg.

Die Altstadt hat ihren mittelalterlichen Charakter vollkommen bewahren können. Besonders schöne Gebäude finden sich an der Via Fillungo, sozusagen die Hauptstraße von Lucca. Hier stehen herrschaftliche Häuser neben antiken Türmen, darunter der berühmte Uhrenturm Torre delle Ore. Von besonderer Bedeutung ist auch die Kathedrale San Martino mit ihrer reich dekorierten Fassade: Über dem dreibögigen Säulenvorbau befindet sich eine dreistufige Galerie mit vielen kleinen Arkaden, die mit Tierköpfen, Ranken und geometrischen Figuren verziert sind. Innerhalb der Kathedrale wird das Volto Santo ausgestellt – das „Heilige Gesicht“ ist ein Kruzifix aus Zedernholz, das angeblich von Nicodemus, einem Zeitgenossen Jesu, geschnitzt wurde.

Aber auch die Kirchen San Michele sowie die wunderschöne Basilica di San Frediano sind einen Abstecher wert, ebenso wie die beeindruckende Villa di Paolo Guinigi aus dem 15. Jahrhundert, die heute das Nationalmuseum mit seinen etruskischen und römischen Fundstücken und Malereien beherbergt. Last but not least findet sich in Lucca das Geburtshaus des großen Komponisten Giacomo Puccini, heute ebenfalls in ein Museum umgewandelt.

San Gimignano: Die Stadt der Türme

Das Manhattan des Mittelalters: San Gimignano.
Das Manhattan des Mittelalters: San Gimignano.

Das „mittelalterliche Manhattan“ oder die „Stadt der Türme“ wird San Gimignano auch genannt, aus gutem Grund: Die Silhouetten der mittelalterlichen Geschlechtertürme lassen sich schon aus weiter Entfernung sehen. 15 von einst 72 dieser Türme existieren noch, sie erreichen eine Höhe von bis zu 54 Meter. Früher wetteiferten die reichen Handelsgeschlechter der Gegend um die Größe ihrer Wohntürme – je höher sie gebaut wurden, desto einflussreicher war die Familie. Einer der Türme, der Torre Grossa, lässt sich noch besteigen und bietet einen fantastischen Rundblick über die umliegende Region.

Das Städtchen mit seinen 7.000 Einwohnern ist eines der beliebtesten Touristenziele der Toskana geworden, entsprechend laut und hektisch geht es in der Reisezeit auf der zum Domplatz führenden Via San Giovanni zu. Der romanische Dom auf der Piazza del Duomo wirkt zwar von außen recht schmucklos, ist aber innen voll wunderschöner Wandfresken. Im Palazzo del Podestà mit seinem „Räudigen Turm“ war bis Ende des 14. Jahrhunderts das Gefängnis untergebracht, heute das Theater. Der Palazzo Comunale, zwischen 1289 und 1298 auf den Ruinen eines anderen Gebäudes gebaut, diente einst als Wohnsitz des Stadtvogts. In der angegliederten Pinakothek bewundert der Kunstfreund ein großes Altarbild von Pinturicchio aus dem Jahr 1511. Wer es etwas ruhiger mag, spaziert durch die kleinen Seitengassen oder geht hügelabwärts über den Platz hinaus – hier gibt’s auch einen spektakulären Blick ins Umland.

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