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Neuer Rettungsplan für Julen (2): So wollen Helfer ihn aus dem Schacht befreien

Zweijähriger seit Sonntag in Totalán (Spanien) verschollen

Die Rettung des kleinen Julen (2) aus einem Brunnenschacht Spanien verzögert sich weiter: Der neue Rettungsplan steht auf tönernen Füßen.

Madrid - Die Suche nach dem tief in einem Schacht verschwundenen Julen (2) in Spanien wird zum Kampf gegen die Natur - und gegen die Zeit. Von dem Jungen gibt es kein Lebenszeichen. Und ab Samstag drohen neue Probleme.

Die Retter hoffen noch immer, Julen aus diesem Erdloch lebend zu bergen.
Die Retter hoffen noch immer, Julen aus diesem Erdloch lebend zu bergen.

Schon jetzt verläuft die Rettung nicht wie geplant. "Wir sind auf enorme Schwierigkeiten gestoßen", räumte Wegebau-Ingenieur Angel García Vidal am Donnerstag an der Unfallstelle in Totalán in der südspanischen Provinz Málaga ein.

Der Bau der Tunnel, die direkt an das Ende des Brunnenschachts führen sollen, wo der zweijährige Julen vermutet wird, habe sich daher stark verzögert (TAG24 berichtete). García Vidal erklärte, vor allem die Beschaffenheit des Terrains sei für die Rückschläge verantwortlich.

Der Boden bestehe zum Teil aus Schiefer und hartem Gestein und sei darüber hinaus sehr instabil. Das habe vor allem die Pläne zum Bau eines horizontalen Tunnels von einem Abhang aus vorerst über den Haufen geworfen. Priorität habe nun die Grabung eines oder zweier Tunnel parallel zum Schacht, sagte der Ingenieur.

Um die Bohrungsarbeiten aufnehmen zu können, werde derzeit eine Plattform gebaut, auf der die benötigten Fahrzeuge und Maschinen dafür genügend Halt finden. Hoffentlich am Freitag werde die Plattform fertig sein.

Am Unglücksort sind die Bagger seit Tagen unermüdlich im Einsatz.
Am Unglücksort sind die Bagger seit Tagen unermüdlich im Einsatz.

Zeiten für den weiteren Ablauf zu nennen, sei unmöglich. "Wenn alles, wirklich alles gut läuft, kann man 50 Meter in 12 bis 16 Stunden schaffen", sagte er. Es könne aber auch sein, dass man Tage braucht. Die Zentralregierung in Andalusien versicherte: "Wir alle werden keine Minute ruhen, bis das Kind gefunden ist."

Julen soll bei einem Ausflug mit seiner Familie am Sonntag in das Loch gefallen sein, das einen Durchmesser von nur 25 bis 30 Zentimetern hat und mehr als 100 Meter tief ist. Seitdem gab es kein Lebenszeichen von dem Jungen.

Ob er überhaupt noch am Leben ist, weiß zum jetzigen Zeitpunkt niemand. Bei Kameraaufnahmen war in dem Brunnenschacht in einer Tiefe von knapp 75 Metern eine Tüte mit Süßigkeiten entdeckt worden, die Julen bei sich gehabt hatte. Allerdings verhinderte lose Erde ein weiteres Vordringen mit der Kamera.

Das Video zeigt einen Teil des quälenden Falls, den der Zweijährige erlitten haben muss. Der Schacht war im Dezember auf der Suche nach Wasser in der von Dürre geplagten Region offenbar ohne Genehmigung gegraben worden.

Zahlreiche Anwohner nehmen vor Ort Anteil am Schicksal des Jungen.
Zahlreiche Anwohner nehmen vor Ort Anteil am Schicksal des Jungen.

"Jeden Monat entdecken wir an die 20 illegal gegrabene Schächte", sagte ein Sprecher der Umweltbehörde Andalusiens. Besonders tragisch: Nach Angaben der Zeitung "El País" wurde der aktuelle Schacht ausgerechnet vom Freund einer Cousine des Vaters von Julen gegraben.

Seine Eltern Jose und Vicky, beide 29, haben die meiste Zeit in den letzten vier Tagen und Nächten am Unglücksort verbracht und auf aufblasbaren Matratzen in einem Zelt geschlafen. Schon einmal verloren sie ein Kind: Julens älterer Bruder Oliver (3) starb an Herzversagen.

Trotz der Rückschläge gibt man in Spanien die Hoffnung nicht auf. "Ich glaube noch an ein kleines Wunder. Es ist ja schon vorgekommen, dass Menschen nach mehreren Tagen lebend geborgen wurden", wurde der Höhlenforscher José Berrocal von "El País" zitiert.

Ab Samstag drohen allerdings ganz neue Probleme. Am Wochenende soll es regnen. "Wenn viel Wasser vom Himmel fällt, ist das schon problematisch", weiß García Vidal. Die Suche wird immer mehr zum Wettlauf gegen die Zeit.

Fotos: Lorenzo Carnero/ZUMA Wire/dpa, Europa Press/dpa, Bomberos De Málaga/Europa Press/dpa

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