Junge (2) in Erdloch gefangen: Retter finden Haare des vermissten Julen

Madrid - Spanien bangt weiter um den zweijährigen Julen, der beim Spielen in einen 110 Meter tiefen Brunnenschacht gestürzt sein soll. Helfer hoffen, den Jungen noch lebend zu finden.

Rettungskräfte helfen bei der Suche nach einem zweijährigen Jungen
Rettungskräfte helfen bei der Suche nach einem zweijährigen Jungen  © Gregorio Marrero/AP/dpa

Auch am Mittwoch versuchten sie unermüdlich, den Zweijährigen in dem kleinen Schacht von nur 25 Zentimetern Durchmesser aufzuspüren, berichtete das spanische Fernsehen.

Mittlerweile seien darin "biologische Überreste" gefunden worden, schrieb die Zeitung "El País" unter Berufung auf Polizeiangaben. Es handele sich dabei um Haare und werde angenommen, dass sie von dem verschollenen Kind stammen.

Laboruntersuchungen sollen jetzt Gewissheit bringen. Ob Julen noch am Leben ist, ist jedoch weiterhin unbekannt. Der Kleine war am Sonntag bei einem Ausflug mit seiner Familie in der Gemeinde Totalán in das Loch gefallen.

Bei Kameraaufnahmen wurde in dem Schacht eine Tüte mit Süßigkeiten entdeckt, die der Junge bei sich gehabt hatte. Allerdings verhinderte lose Erde zunächst, mit der Kamera tiefer in den Schacht vorzudringen.

Jose Ribello (rechts), der Vater des zweijährigen Julen, spricht zu Journalisten.
Jose Ribello (rechts), der Vater des zweijährigen Julen, spricht zu Journalisten.  © Álex Zea/Europa Press/dpa

Rettungskräfte waren damit beschäftigt, zwei Tunnel zu graben, die direkt an das Ende des Brunnenschachts führen sollen. Die Arbeiten würden voraussichtlich nicht vor Donnerstagabend abgeschlossen sein, hieß es seitens der Helfer.

Bei ihnen hat sich der Vater des Jungen am Mittwoch öffentlich bedankt. Zahlreiche Einsatzkäfte, darunter vor allem die Feuerwehr, seien pausenlos im Einsatz, um sein Kind doch noch zu finden, sagte José Roselló vor Journalisten.

Er bedankte sich auch bei den Psychologen, die die Angehörigen betreuten. Der arbeitslose Marktverkäufer wirkte gefasst - nachdem er am Dienstag noch weinend die Behörden beschimpft hatte, nicht genügend Mittel für die Rettung zur Verfügung zu stellen.

Er und seine Frau Victoria seien "am Boden zerstört", sagte der Vater. Aber sie gäben die Hoffnung nicht auf, dass der zweijährige Julen lebend geborgen werde. Das Paar war bereits im Mai 2017 vom Schicksal hart getroffen worden.

Damals starb Julens älterer Bruder Oliver (3) beim Strandspaziergang an einem Herzversagen. "Wir haben einen Engel, der uns helfen wird, so dass mein Sohn so schnell wie möglich dort herauskommt", sagte der Mann.

In dieses 25 Zentimeter schmale Loch stürzte Julien vermutlich 110 Meter tief.
In dieses 25 Zentimeter schmale Loch stürzte Julien vermutlich 110 Meter tief.  © Bomberos De Málaga/Europa Press/dpa

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