Massenpanik in Mekka: Hunderte Tote!

Symbolbild.
Symbolbild.

Mekka - Bei einer Massenpanik während der islamischen Wallfahrt Hadsch sind nahe Mekka mindestens 150 Menschen ums Leben gekommen. 390 Gläubige seien verletzt worden, meldete der arabische Nachrichtenkanal Al-Arabija unter Berufung auf die saudische Zivilverwaltung am Donnerstag.

Update 14:45 Uhr: Die Zahl der Toten ist mittlerweile auf 717 gestiegen.

Update 13:45 Uhr: Die Zahl der Toten während der islamischen Pilgerfahrt Hadsch ist auf 453 gestiegen. Das teilte die saudische Zivilverteidigung über Twitter mit. 719 Gläubige seien verletzt worden.

Update 12:00 Uhr: Laut Medienberichten kam es bereits am vergangenen Mittwoch zu einem großen Gedränge. Dabei erlitten mehr als 200 Menschen an einem Bahnhof in Mina Schwäche- und Ohnmachtsanfälle. Dort war der Zugverkehr wegen eines technischen Defekts gestört.

Update 11:40 Uhr: Die Zahl der Toten ist auf 220 Menschen gestiegen.

Laut "Spiegel Online" teilte ein Sprecher des Innenministerium mit, dass "Die Pilger übereinander fielen und sich gegenseitig erdrückten ".

"Die Panik kam, weil viele Pilger darauf bestanden, das Ritual am Nachmittag auszuführen."

Zu dem Unglück kam es demnach in der Nähe des Ortes Mina, wo die Gläubigen am dritten Tag der Wallfahrt symbolisch den Teufel steinigen. Mina liegt ca. 5 km entfernt von Mekka.

Dort hatte es in den vergangenen Jahren mehrere Baumaßnahmen gegeben, die für einen reibungslosen Strom der Pilger sorgen und einen Massenandrang verhindern sollen. Nach Angaben saudischer Medien haben sich in diesem Jahr mehr als zwei Millionen Menschen auf die Pilgerfahrt nach Mekka gemacht, darunter fast 1,4 Millionen aus anderen Ländern.

Immer wieder kommt es in Mekka während der Pilgerfahrt zu Unglücken. Erst wenige Tage vor Beginn der diesjährigen Wallfahrt waren mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen, als ein Kran bei einem schweren Unwetter auf die Große Moschee stürzte. 2006 waren bei einem Massenandrang rund 350 Gläubige gestorben.

Auf Twitter findet man die ersten Bilder vom Ort des Geschehen.
Auf Twitter findet man die ersten Bilder vom Ort des Geschehen.
Durch die Bilder auf Twitter wird das Ausmaß der Maßenpanik sichtbar.
Durch die Bilder auf Twitter wird das Ausmaß der Maßenpanik sichtbar.

Sicherheitskonzept stammt aus Dresden

Nach einer Massenpanik im Jahre 2006 wurde das Sicherheitskonzept für die heilige Stadt einem Dresdner Team unter der Leitung von Professor Dirk Helbing (42) anvertraut.

Die Hauptwege wurden zu Einbahnstraßen, Zu- und Auswege wurden unterschiedlich farblich abgehoben. Überall wird die Lage von Kameras überwacht.

Eine Lichtschranke kontrolliert die Anzahl der Pilger und schlägt bei zu hoher Belastung Alarm. Mehrere Notausgänge sollen eine schnelle Evakuierung ermöglichen.

Verkehrspsychologe Prof. Bernd Schlag (57), ebenfalls von der TU-Dresden beriet die Regierung von Saudi-Arabien bei der Gestaltung von Hinweisschildern und einer Fußgängerbrücke über die heilige Stadt.

Foto: dpa, Screenshots/Twitter


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