Der schreckliche Tod der Leipziger Millionärin

Hat an den Prozessakten schwer zu tragen: Hans Jagenlauf, Vorsitzender des 
Schwurgerichts.
Hat an den Prozessakten schwer zu tragen: Hans Jagenlauf, Vorsitzender des Schwurgerichts.  © Ralf Seegers

Leipzig - Der Mord an der Leipziger Millionärin Edith A. (90) - alles sollte aussehen wie ein ganz natürlicher Todesfall. Zum Prozessauftakt am Donnerstag am Landgericht enthüllte die Staatsanwaltschaft Details des perfiden Plans.

Der 28. Juli 2016 war der letzte Tag im Leben von Edith A. Kein schöner Tag - denn die Rentnerin klagte über Schmerzen und Übelkeit.

Tagsüber kümmerte sich Annemarie H. um die schwerreiche Patientin ihres Mannes. Laut Anklage traf Physiotherapeut Wolfgang H. erst gegen Abend in der Villa an der Connewitzer Straße ein und löste seine Gattin ab.

Weil es Edith A. immer schlechter ging, rief H. den kassenärztlichen Notdienst. Ein daraufhin eintreffender Arzt spritzte der alten Dame ein Beruhigungsmittel.

Gegen 21.30 Uhr verließ der Mediziner das Anwesen wieder und in Wolfgang H. reifte ein teuflischer Plan.

Versteckte sein Gesicht hinter einem Hefter: Physiotherapeut Wolfgang H., der 
die Millionärin erstickt haben soll.
Versteckte sein Gesicht hinter einem Hefter: Physiotherapeut Wolfgang H., der die Millionärin erstickt haben soll.

Staatsanwalt Klaus-Dieter Müller: „Zwischen 0.20 Uhr und 0.30 Uhr entschloss sich der Angeklagte, die Verschlechterung des Gesundheitszustandes von Frau A. auszunutzen und ihren natürlichen Tod vorzutäuschen.“

So soll er der Schlafenden ein mit Äther getränktes Tuch auf das Gesicht gelegt und sie so betäubt haben. Anschließend drückte er ihr laut Anklage ein Kissen auf‘s Gesicht - bis sie nicht mehr atmete. Danach soll Wolfgang H. die Äther-Flasche im Keller versteckt und bis zum Morgen gewartet haben. Dann rief er einen Notarzt.

„Ihm gab er an, die leblose Frau erst gegen 6 Uhr entdeckt zu haben“, so Staatsanwalt Müller.

Der Plan ging aber nicht auf, da bei der Leichenschau kleine, punktförmige Blutungen an den Augenbindehäuten auffielen - Anzeichen für einen Erstickungstod.

Der nun wegen heimtückischen Mordes angeklagte Wolfgang H. will sich erst später im Prozess zu den Vorwürfen äußern.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Therapeut, der im Testament seiner millionenschweren Patientin bisher als Haupterbe aufgeführt war, einer geplanten Testamentsänderung zuvorkommen wollte.

Diese Villa hat ein dunkles Geheimnis. Ihre Besitzerin wurde offenbar ermordet.
Diese Villa hat ein dunkles Geheimnis. Ihre Besitzerin wurde offenbar ermordet.  © Alexander Bischoff

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