Toter Bodybuilder: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Polizisten

Fünf Polizisten (drei Männer, zwei Frauen) eilten zur Commerzbank und versuchten den durchtrainierten Bodybuilder zu überwältigen.
Fünf Polizisten (drei Männer, zwei Frauen) eilten zur Commerzbank und versuchten den durchtrainierten Bodybuilder zu überwältigen.

Von Bernd Rippert und Ronny Licht

Zwickau – Der rätselhafte Tod des Bodybuilders Philipp P. (27) in der Commerzbank am Dr.-Friedrichs-Ring hat für die Polizei ein juristisches Nachspiel. Ab sofort ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die fünf beteiligten Polizisten wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

„Zunächst mal ein formaler Akt“, erklärte Staatsanwalt Jürgen Pfeiffer (46). „Da das vorläufige Obduktionsgutachten bisher keinen eindeutigen Beleg für die Todesursache bietet, bleibt die Möglichkeit, dass durch die Polizeimaßnahmen der Tod herbeigeführt wurde.“

Philipp P. aus Oberhohndorf hatte nachts in der Bankfiliale randaliert. Er trat aus unbekannten Gründen gegen die Geldautomaten und löste selbst den Polizeialarm aus. Fünf Polizisten (drei Männer, zwei Frauen) eilten zur Commerzbank und versuchten den durchtrainierten Bodybuilder zu überwältigen.

Stolz posierte er im Fitnessstudio und postete das Bild später bei Facebook.
Stolz posierte er im Fitnessstudio und postete das Bild später bei Facebook.

„Es gab auf jeden Fall eine Rangelei“, sagt Staatsanwalt Pfeiffer. „Dabei ist naturgemäß Gewalt angewendet worden.“ Fakt ist: Als der Randalierer in Handschellen am Boden lag, wurde er ohnmächtig. 40 Minuten lang kämpfte ein Notarzt noch um das Leben des Mannes. Vergeblich. Philipp P. starb noch im Vorraum der Bank.

Denkbar bleibt auch, dass Philipp P. seinen Tod selbst verschuldet hatte. Er war wegen Drogendelikten vorbestraft. Noch unbekannt ist, ob der Bodybuilder auch gefährliche Muskelaufbaustoffe schluckte, wie es in der Szene verbreitet ist.

Die Staatsanwaltschaft erwartet das endgültige Obduktionsergebnis Ende August. Dann erhoffen sich die Juristen auch eine endgültige Aussage zur Todesursache.

Fotos: Fotos: Propicture/Ralph Köhler, Facebook/Philipp P.


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