Toter in Papiertonne gefunden: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Die Spurensicherung entdeckte DNA-Spuren am Container.
Die Spurensicherung entdeckte DNA-Spuren am Container.

Bielefeld - Nachdem im Mai letzten Jahres in einem Altpapiercontainer am Real-Supermarkt in der Teutoburger Straße ein Drogentoter gefunden wurde, hat die Staatsanwaltschaft Bielefeld nun Anklage gegen einen 46-jährigen Mann erhoben. Ihm wird vorgeworfen, die Totenruhe gestört zu haben.

Der Georgier soll in der Nacht zum 22. Mai zusammen mit einem Kollegen einen 32-jährigen Litauer, der an einer Überdosis Rauschgift gestorben war, in eine Mülltonne geschmissen und entsorgt haben.

Bei der Beseitigung der Leiche gingen die beiden Männer ziemlich unverfroren vor. Zuerst schoben sie einen Altpapiercontainer von einem Haus in der Osterstraße über eine Strecke von über hundert Metern zu ihrer Wohnung in der Ravensberger Straße, die sie nutzten, während der Mieter im Gefängnis saß.

Dann wickelten sie die Leiche in ein Badehandtuch, eine Fleecedecke und bedeckten sie mit Bettwäsche, bevor sie sie in den Container warfen und diesen an dem Real-Supermarkt in der Teutoburger Straße abstellten.

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen 46-jährigen Mann erhoben.
Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen 46-jährigen Mann erhoben.

Ein Pfandsammler entdeckte den Leichnam des Mannes am 23. Mai.

Das Duo beseitigte ihren toten Freund, da sie nicht wollten, dass die Kriminalpolizei Wind davon bekommt, dass sie Drogen konsumieren.

Anhand von hinterlassenen DNA-Spuren am Container und an den Textilien konnten die beiden ermittelt werden.

Der Komplize des Georgiers setzte sich nach bekanntwerden der Tatvorwürfe ab und soll sich nun in Österreich aufhalten. Das erklärte die ermittelnde Staatsanwältin Stefanie Lang gegenüber dem Westfalen-Blatt.

Derzeit sitzt der Angeklagte wegen Einbruchs in Untersuchungshaft. Er schweigt zu den Tatvorwürfen aus dem Mai.


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