Lieber Max...! Ein Nachruf auf Dresdens Krokodil

Bis ins Jahr 2010 verbrachte Max seine Zeit in einem Aquarium.
Bis ins Jahr 2010 verbrachte Max seine Zeit in einem Aquarium.

Von Sebastian Günther

Lieber Max, nachdem Du fast 60 Jahre lang ein Staunen und Lachen in Kinderaugen gezaubert hast, sorgtest Du gestern für eine sehr traurige Nachricht. Du bist über Nacht gestorben. Lagst plötzlich tot in Deinem Gehege.

Generationen haben Dich begleitet, Kinder sind mit Dir groß geworden, über die Jahre wurdest Du zum Star im Dresdner Zoo. Tausende kennen Dich, haben Dich fotografiert oder Bilder von Dir gemalt.

Mit Deinen 4,50 Metern Länge wirktest Du bis zuletzt so erhaben und mächtig, trotzdem gelassen und friedlich.

Dein Tod stimmt mich nachdenklich. Denn auch wenn ich weiß, dass inzwischen im Zoo alles, wirklich alles getan wurde, um Dir ein artgerechtes Leben zu ermöglichen - es war keins.

Max und MOPO-Redakteur Sebastian Günther.
Max und MOPO-Redakteur Sebastian Günther.

Bis ins Jahr 2010 hast Du in einem Aquarium gelebt. Über 50 Jahre lang. Erst dann wurde Dein größeres Altersdomizil eröffnet.

Du musstest nie Lebendfutter jagen. Deine Instinkte verkümmerten. Auch hast Du nie im Leben eine Frau gehabt. Seit Deiner Geschlechtsreife mit 16 warst Du der einzige Deiner Art im Zoo. Du bist als Jungfrau gestorben.

Der Dresdner Zoo mit seinen Pflegern schützt seltene Arten und scheut nichts, um es den Tieren so schön wie möglich zu machen. Aber es bleibt ein Zoo. Mit Gittern, Zäunen und Gräben.

Ein Zoo, in Breitengraden, wo normalerweise keine Krokodile leben. Auch keine Pinguine. Es sei denn, sie dienen als Attraktion.

Ob Du in freier Wildbahn länger gelebt hättest, das weiß niemand. Aber jetzt, lieber Max, jetzt bist Du frei.

Fotos: PR/Zoo Dresden


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