Überfahrener Wolf wird eingefroren und in Berlin weiter untersucht

Bad Klosterlausnitz/Berlin - Nach dem Fund eines toten Wolfs an der A9 in Ostthüringen wird der Kadaver des Tieres nach Berlin gebracht, um ihn dort weiter zu untersuchen.

Bereits im Dezember 2018 war in Thüringen ein toter Wolf an der A9 gefunden worden.
Bereits im Dezember 2018 war in Thüringen ein toter Wolf an der A9 gefunden worden.

Ein Autofahrer hatte einen überfahrenen Wolf am Rand der Autobahn 9 bei Bad Klosterlausnitz entdeckt. Das Tier sei am Samstagabend überfahren worden.

Der Kadaver des Tieres sei eingefroren worden und solle nun am Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung von Experten untersucht werden, sagte der Sprecher des Umweltministeriums, Tom Wetzling, auf Anfrage.

Dort werde unter anderem auch geklärt werden können, welches Geschlecht der Wolf habe. In der Regel wird bei solchen Untersuchungen auch eine DNA-Probe genommen. So ließe sich herausfinden, ob es sich um ein im Freistaat bereits bekanntes Tier handelt.

Wer den mutmaßlichen Wolf überfahren haben könnte, blieb laut Autobahnpolizei zunächst unklar. Allerdings sei ein ausländisches Autonummernschild in der Nähe des Tiers gefunden worden.

2018 wurden immer wieder angebliche Wölfe in Thüringen gesichtet. Die in Deutschland streng geschützten Tiere können auf Wanderschaft weite Strecken zurücklegen. In Thüringen ist bislang nur eine Wölfin mit festem Revier auf dem Truppenübungsplatz im etwa 100 Kilometer von Bad Klosterlausnitz entfernten Ohrdruf bekannt.

Sie zeugte 2017 mit einem Haushund sechs Mischlinge. Inzwischen wurden mehrere der Hybriden erschossen - sie gefährden nach Auffassung mancher Artenschützer den Genpool der Wildtiere. Einer ihrer Söhne lebt aber noch immer mit der Mutter zusammen und könnte im Frühjahr für Inzest-Nachwuchs sorgen.


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