Mann soll Ex in Badewanne erstochen haben, doch er spricht von Notwehr

Rostock/Güstrow - Vor dem Landgericht Rostock muss sich von Donnerstag an ein 40-jähriger Mann wegen Totschlags verantworten. Aus Eifersucht soll er seine ehemalige Lebensgefährtin getötet haben. Er stellt den Fall jedoch anders dar.

Der Angeklagte verdeckt sein Gesicht beim Prozessauftakt in Rostock.
Der Angeklagte verdeckt sein Gesicht beim Prozessauftakt in Rostock.  © Stefan Tretropp

Den Gerichtsangaben zufolge war dem Verbrechen Anfang März dieses Jahres ein monatelanger Chat in einem sozialen Netzwerk vorausgegangen, bei dem der Angeklagte ein Fake-Profil benutzt haben soll.

Nach einer 13-jährigen Beziehung habe er seine Ex-Lebensgefährtin im Juni 2017 unter dem Pseudonym Mike Müller kontaktiert, um sie zu täuschen und sich ihr wieder zu nähern.

Daraus habe sich ein täglicher Chatkontakt entwickelt, der zunehmend von sexuellen Inhalten geprägt gewesen sein soll.

Als sich der Angeklagte bei einem Treffen im Badezimmer der unbekleideten Frau gegenüber als Mike Müller offenbarte, sei es zum Streit gekommen. Er habe ihr mehrfach gegen den Kopf geschlagen, sodass sie in die gefüllte Badewanne gefallen sei, wo er ihr mit einem Gemüsemesser zwölf Mal in die Brust gestochen haben soll.

Anschließend habe er sich der Polizei gestellt. Den Angaben zufolge konnte nicht genau festgestellt werden, woran die Frau letztendlich starb.

Am Donnerstag stellte der Angeklagte die Tat dem Gericht gegenüber jedoch als Notwehr dar. Die Frau habe versucht, ihn zu sich in die Badewanne zu ziehen, sagte der 40-Jährige zum Prozessauftakt. Der Richter erklärte dagegen, dass die Rekonstruktion der Tat gegen die Aussagen des Angeklagten sprächen.

Vor dem Landgericht Rostock sind noch vier weitere Verhandlungstermine angesetzt.

Titelfoto: Stefan Tretropp


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