Nach Horror-Crash: Venedig verbannt Kreuzfahrtschiffe

Venedig/Italien - Schon jahrelang wird über ein Verbot von Kreuzfahrtschiffen in Venedig debattiert. Jetzt werden die "schwimmenden Hotels" aus der Stadt verbannt.

Ein Größenvergleich: Ein Kreuzfahrtschiff fährt während der 58. Art Biennale 2019 vor Venedig. (Archivbild)
Ein Größenvergleich: Ein Kreuzfahrtschiff fährt während der 58. Art Biennale 2019 vor Venedig. (Archivbild)  © dpa/Felix Hörhager

Erneuter Auslöser für das heftig umstrittene Thema Kreuzfahrt durch Venedig, war wohl der Moment, als am 2. Juni ein Kreuzfahrtschiff unkontrolliert eine Anlegestelle rammte und dabei auf ein Touristenboot krachte.

Mindestens vier Menschen wurden bei dem Unfall leicht verletzt. Aber das war nur Glück im Unglück. Es hätte viel schlimmer enden können. (TAG24 berichtete)

Schon seit Längerem warnen die Unesco und auch Umweltschützer vor den riesigen Schiffen in der historischen Stadt, so die Deutsche Presse-Agentur.

Sie sollen unter Anderem auch für die Zerstörung der empfindlichen Fundamente der Stadt verantwortlich sein.

Diese sind nämlich aus Holz und durch die riesigen Bugwellen, die die Schiffe erzeugen, werden die Pfeiler, auf der die Stadt errichtet wurde, wohl massiv beschädigt.

Jetzt fiel die Entscheidung. Künftig dürfen keine Ozeanriesen mehr durch Venedig fahren, so die Daily Mail.

Die Kreuzer sollen umgeleitet werden, um weitere Schäden für die Stadt zu verhindern. Das berichtete auch die Financial Times mit Berufung auf den italienischen Verkehrsminister Danilo Toninelli.

Da heißt es, dass ab 2020 ein Drittel der schwimmenden Hotels in Häfen anlegen sollen, die weit weg von der Stadt liegen, wie die Häfen Fusina und Lombardei, die sich knapp fünf Kilometer entfernt von Venedig auf dem italienischen Festland befinden.

Angst vor weniger Touristen dürften die Venezianer jedoch nicht haben. Schließlich fallen zur Hochsaison etwa 60.000 Touristen in die Lagunenstadt ein, pro Jahr sollen es rund 60 Millionen sein. Zu viel für die Einwohner.

Besonders, weil Verwüstungen und schlechtes Benehmen der Touristen keine Seltenheit sind.

Dagegen wurde allerdings schon viel getan. So wurden spezielle Touristenrouten durch die Stadt eingerichtet, damit die Einheimischen nicht mehr so massiv belästigt werden.

Das Kreuzfahrtschiff "Costa Deliziosa" fährt am Markusplatz vorbei, auf dem zahlreiche Touristen unterwegs sind. Im Streit um Kreuzfahrtschiffe in Venedig will der Bürgermeister die Unesco auffordern, die Stadt auf die Rote Liste des gefährdeten Weltkultu
Das Kreuzfahrtschiff "Costa Deliziosa" fährt am Markusplatz vorbei, auf dem zahlreiche Touristen unterwegs sind. Im Streit um Kreuzfahrtschiffe in Venedig will der Bürgermeister die Unesco auffordern, die Stadt auf die Rote Liste des gefährdeten Weltkultu  © dpa/AP/Luca Bruno

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