Touristen in S-Bahn niedergestochen: Der Grund macht fassungslos

Berlin - Mitte Juni kommt es in der S-Bahn zu einer Messerattacke. Zwei mexikanische Touristen werden niedergestochen, einer von ihnen lebensgefährlich verletzt (TAG24 berichtete). Nun, rund sieben Monate nach der Messerattacke, ist das Urteil gefallen.

Polizisten gehen nach der Tat über den Bahnsteig des S-Bahnhofs Greifswalder Straße.
Polizisten gehen nach der Tat über den Bahnsteig des S-Bahnhofs Greifswalder Straße.  © DPA

Der 32-jährige Angreifer muss für viereinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Berlin sprach den Angeklagten am Donnerstag der gefährlichen Körperverletzung schuldig.

Er habe eine Auseinandersetzung provoziert und auf die damals 19 und 21 Jahre alten Opfer eingestochen, begründete das Gericht das Urteil.

Die beiden Mexikaner waren am frühen Morgen des 16. Juni 2018 mit einer 37-jährigen Begleiterin aus Deutschland unterwegs, als es zum Angriff kam. In der Ringbahn zwischen den Bahnhöfen Prenzlauer Allee und Greifswalder Straße habe der aus Pakistan stammende Angeklagte auf zwei ihm fremde Männer eingestochen.

Das Motiv: Sie hätten "so komisch geguckt", erklärte der Angeklagte vor Gericht. Es habe nur Blicke gegeben, so der Richter. Mehr sei nicht passiert.

Wegen der Blicke erlitt einer der Touristen drei schwere Stichverletzungen, bei dem anderen waren es zwei. Für einen der Geschädigten habe akute Lebensgefahr bestanden, hieß es weiter im Urteil. Der 32-Jährige, der rund eineinhalb Monate nach der Tat gefasst und verhaftet wurde, habe im Prozess gestanden, Reue gezeigt und um Verzeihung gebeten.

Kurz nach seiner Flucht habe er sich gegenüber Bekannten allerdings mit dem Angriff gebrüstet. Das Urteil, das im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprach, ist noch nicht rechtskräftig.

Polizisten und Ermittler in Zivil besprechen sich auf dem Bahnsteig des S-Bahnhofs.
Polizisten und Ermittler in Zivil besprechen sich auf dem Bahnsteig des S-Bahnhofs.  © DPA

Titelfoto: DPA


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