Jahrhundertflut spült Anwohnern Krokodile vor die Häuser

Sydney - Schwere Überschwemmungen im Nordosten Australiens haben Tausende Menschen in die Flucht getrieben und Schlangen sowie Krokodile auf die Straßen gespült. 20.000 Haushalte sind in Gefahr.

Tausende Haushalte müssen aus dem überfluteten Gebiet evakuiert werden.
Tausende Haushalte müssen aus dem überfluteten Gebiet evakuiert werden.  © Andrew Rankin/AAP/dpa

Schuld daran sind ungewöhnlich heftige Regenfälle. Wie der US-Sender CNN berichtet, mussten die Behörden wegen der Fluten die Schleusentore des Ross-Staudamms oberhalb der Küstenstadt Townsville öffnen, um den Druck auf die Staumauern zu verringern.

Die Polizei rief Bewohner besonders gefährdeter Zonen in Townsville auf, sich in höher gelegene Stadtteile zu begeben. "ABC News" berichtete, dass schon Tausende Häuser in den Vororten verlassen worden seien und dass die Evakuierungen weitergingen.

Bereits seit Tagen wurden aus der Ortschaft Überschwemmungen und Erdrutsche gemeldet. In der Stadt am 19. südlichen Breitengrad ist jetzt sommerliche Regenzeit, und Februar ist für gewöhnlich immer der regenreichste Monat.

In einer Woche hat es dort aber fast so viel wie sonst im ganzen Jahr geregnet. Am Flughafen Townsville wurden nach Angaben des Wetterdienstes 1012 Millimeter Regen gemessen. Dies sei ein Sieben-Tage-Rekord.

Eine Anwohnerin entdeckte dieses meterlange Krokodil vor einem Haus.
Eine Anwohnerin entdeckte dieses meterlange Krokodil vor einem Haus.  © -/Erin Hahn/AAP/dpa

Mit der Flut gelangen auch gefährliche Tiere in die Wohngebiete. Es gab zahlreiche Sichtungen von Krokodilen und Schlangen. Die Polizei in Queensland rief die Menschen eindringlich dazu auf, sich von den Fluten fernzuhalten.

In einem Statement der Behörde hieß es: "Wenn der Gedanke, auf ein Krokodil zu treffen, nicht schon abschreckend genug ist, sollten Sie sich immer daran erinnern, dass Sie in den Ausscheidungen Ihres Nachbarn waten könnten."

Während der Nordosten Australiens im Wasser versinkt, leiden andere Teile des Riesenlandes von der fast 22-fachen Größe Deutschlands weiter unter extremer Dürre und Buschbränden. Dieser Januar war der heißeste je gemessene Monat auf dem fünften Kontinent.

In den Hochwassergebieten ist indes keine Entspannung in Sicht. Es soll weiterhin heftige Winde und Starkregen geben. Annastacia Palaszczuk, Premierministerin von Queensland, sprach von einer "Jahrhundertflut".

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